Jugend will «de Füfer und s Weggli» – was für ein Stress

Für die Macher des CS-Jugendbarometers stehen die Zeichen auf Stress. Die jährlich durchgeführte Umfrage der Grossbank zeigt nämlich, dass die Jungen heute alles auf einmal wollen. Und manchmal auch Dinge, die sich im Grunde gegenseitig ausschliessen.

Zwei Pfadfinderinnen beim Apfelspiel.

Bildlegende: Alle Wünsche unter einen Hut zu bringen, ist für viele Jugendliche eine aufwändige Angelegenheit. Keystone

Die Ziele und Träume der 16- bis 25-Jährigen sind nicht immer frei von Widersprüchen. Eine und dieselbe Person möchte Karriere machen, aber eine ausgewogene Work-Life-Balance pflegen. Sie will selbstständig sein und doch bei einer internationalen Firma arbeiten. Und sie will weniger sparen, aber dennoch ein Haus kaufen. Dies zeigt sich in den Resultaten des jährlich durchgeführten Jugendbarometers der Grossbank Credit Suisse.

Junge sorgen sich um Flüchtlinge und Asylsuchende

Zusammen mit der Tatsache, dass Junge permanent online miteinander kommunizieren, auf Nachrichtenseiten surfen und spielen würden, lässt für die Meinungsforscher nur einen Schluss zu: Die Jugend wird zur «Generation Stress». Anders als bei den Wünschen erweist sie sich bei den Sorgen als durchaus Erwachsenen-kompatibel.

Wie beim CS-Sorgenbarometer für Erwachsene schwangen die Themenblöcke Flüchtlinge/Asylfragen und Ausländer/Zuwanderung als wichtigste Probleme im Land obenauf.


Jugendbarometer der CS: Wünsche, Ziele und Ängste

1:25 min, aus SRF 4 News aktuell vom 04.10.2016

Für 45 Prozent der Befragten gehörten diese beiden Komplexe zu den fünf wichtigsten Problemen. Die Flüchtlingsthematik verdrängte dabei die Ausländerfrage vom Spitzenplatz. 2010 hatten erst 22 Prozent der Befragten Flüchtlinge für eines der fünf wichtigsten Probleme gehalten.

Ebenfalls grösser geworden in den vergangenen Jahren ist die Sorge um die AHV und die Altersvorsorge. Fast gleich viele Befragte wie bei den Spitzenthemen – 44 Prozent – halten diese Thematik für eines der wichtigsten Probleme. Arbeitslosigkeit hat dagegen im Problem-Ranking an Wichtigkeit eingebüsst.

Facebook ist wichtig – geglaubt wird ihm wenig

Die Meinungsforscher fühlten der Jugend auch hinsichtlich ihres Informationsverhaltens auf den Zahn. Sie stellten dabei fest, dass sich die Schweizer Jugendlichen in zwei Lager teilen lassen: Eine wachsende Gruppe von Jungen, die sich mehrmals täglich informieren und eine zweite Gruppe, die dies selten bis nie tut.

Gratiszeitungen sind nach wie vor das am häufigsten konsumierte Mediengut, allerdings mit sinkender Tendenz. Die gedruckten Titel bekommen Konkurrenz durch News-Seiten und News-Apps – im Fall von Titeln wie «20 Minuten» und «Blick am Abend» aus dem gleichen Haus – sowie Facebook.

Am meisten Vertrauen schenken die Jungen aber nach wie vor den traditionellen Medien: SRF, «Neue Zürcher Zeitung» und «Tages-Anzeiger». Am anderen Ende der Rangliste stehen rein digitale Kanäle: YouTube, Facebook und Twitter.

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