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Kampf gegen Brustkrebs Führt der heilende Schnitt zu neuem Krebs?

Mäuseexperiment macht Wundheilungsprozess nach Brustkrebsoperation für die Bildung von Metastasen verantwortlich.

Legende: Video Heimtückischer Brustkrebs – Fördern Operationen Ableger? abspielen. Laufzeit 4:22 Minuten.
Aus Puls vom 30.04.2018.

Ein Drittel der Rückfälle nach Brustkrebsoperationen ereignet sich innerhalb der ersten ein bis zwei Jahre nach der Operation. Dass die Operationen selber so frühe Metastasen auslösen können, war bekannt, nicht aber warum.

Die Krebsforscher rund um Robert A. Weinberg am renommierten Massachusetts Institut of Technology, Link öffnet in einem neuen Fenster haben nun in Mäuseexperimenten den Prozess erkannt, der das Phänomen der frühen Rückfälle erklären könnte.

Gemäss den Studienautoren um Jordan Krall und Robert Weinberg haben rund ein Drittel der Patientinnen bereits bei der Brustkrebs-Diagnose Krebszellen in andern Bereichen des Körpers. Diese einzelnen Zellen sind nicht sichtbar und werden vom Immunsystem in Schach gehalten.

Durch die Wundheilung werden sogenannte Wachstumsfaktoren freigesetzt. Diese wiederum aktivieren Entzündungszellen.

Diese Entzündungszellen stärken nicht nur das Wachstum der Zellen für die Wundheilung. Sie schwächen vorübergehend auch das Immunsystem, das die einzelnen Krebszellen irgendwo im Körper in Schach hält.

Dadurch beginnen die Krebszellen zu wuchern und es bilden sich Metastasen. So die These der Amerikaner, die sie an speziell präparierten Mäusen bestätigten.

Entzündungshemmer als Lösung?

Ohne es direkt zu empfehlen, lancieren die Amerikaner die Diskussion um Entzündungshemmer neu, welche das Risiko von Rückfällen mindern sollen. Bei ihren Mäuseexperimenten behandelten sie einen Teil der operierten Mäuse mit gewöhnlichen billigen Entzündungshemmern. Diese Gruppe entwickelte deutliche weniger Metastasen als die Vergleichsgruppe.

Robert A. Weinberg ist der Meinung, man könne Frauen durchaus eher mit Entzündungshemmern statt mit nur mit Opiaten gegen die Schmerzen behandeln.

Der Schweizer Andreas Müller ist da zurückhaltender. Bevor die Wirkung nicht wissenschaftlich erwiesen sei, rät er vom Einsatz solcher Entzündungshemmer ab.

Einig sind sich die Experten darin, dass die Operation auch in nächster Zukunft der Standard sein wird, ohne den eine Heilung von Brustkrebs nicht möglich sei.

Andreas Müller, Onkologe am Kantonsspital Winterthur und Präsident der Projektgruppe Brustkrebs, Link öffnet in einem neuen Fenster bei der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft klinische Krebsforschung, hält die Studie für seriös und gut gemacht. Sie sei eine gute Grundlage für weitere Forschung. Er warnt aber davor, die Resultate der Studie eins zu eins auf den Menschen übertragen zu wollen.

Auch Robert Weinberg betont, dass seine Studie erst wiederholt und beim Menschen bestätigt werden müsse.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Angelina Horber-Marinello (Angelina Horber-Marinello)
    Der Hinweis, dass entzündungshemmende Medikamente so massive Nebenwirkungen aufweisen, dass sie nicht eingesetzt werden erstaunt doch sehr! Wäre dies so übertragbar, würden alle Arthitis-, Arthrose- und Rückenpatienten an Magenblutungen leiden. Mit der korrekten Dosierung eines Magenschoners kann diese Nebenwirkung reduziert werden. Dazu kommt, dass diese Medis nur über eine bestimmt Zeit hinweg eingenommen werden müssen. Bin eher Medi-Vermeiderin, aber dies kann man nicht so stehen lassen.
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  • Kommentar von Theodor Kugler (Sein!)
    Grundsätzlich ist die Natur nicht bösartig. Sie produziert also von sich aus keine sich selbst zerstörenden Zellen. Dunkle Einflüsse, welche von der Natur abweichen, wirken schädlich. Diesen dunklen Einflüssen müssen wir nicht gehorchen. Sie haben zur Zeit offensichtlich eine Existenzberechtigung. Wichtig ist zu wissen, dass dieses Problem lösbar ist, jedoch nicht mit zerstörerischen Eingriffen, sondern durch den Zugang zu unseren schöpferischen Kräften. Sie erschaffen und heilen.
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Der Kampf gegen "Krebs" und andere Krankheiten, beginnt damit, dass sich die teuren und dafür Zuständigen im gesamten Gesundheits-Wesen für die Behebung-Verbesserung der "Verursachungen" der Krankheiten aktiv einsetzen und nicht wie üblich, um teure "Übelbekämpfung"....!! "Falsche Leute, in falschen Positionen"!!
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