Christen begehen Feiertag Karfreitagsprozessionen in aller Welt

In aller Welt erinnern sich Christen heute an das Leiden und Sterben von Jesus Christus. Auf den Philippinen liessen sich einige gar selbst ans Kreuz nageln.

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Prozessionen über die Via Dolorosa

0:23 min, aus Tagesschau vom 14.4.2017

Kreuzweg am Kolosseum

Zehntausende Gläubige haben am Kreuzweg mit Papst Franziskus in Rom teilgenommen. Die Menschen beteten im Licht zahlreicher Kerzen vor dem antiken Amphitheater, während andere an 14 Stationen den Leidensweg von Jesus Christus nachempfanden. Zuvor hatte der Papst im Petersdom die traditionelle Karfreitagsliturgie geleitet. Er legte sich zu Beginn des Gottesdiensts auf einen Teppich und betete.

Papst vor Kolosseum

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Prozession auf der Via Dolorosa in Jerusalem

In Jerusalem haben am Freitag zahlreiche Gläubige die «Via Dolorosa», den Weg zur Kreuzigung von Jesus Christus, begangen. Der Weg durch die Altstadt von Jerusalem begann im muslimischen Viertel und führte zahlreiche Steinstufen hinauf in das christliche Viertel zur Grabeskirche. An dieser Stelle soll Jesus nach der christlichen Überlieferung auf dem Hügel Golgatha am Kreuz gestorben sein.

Pilger mit Kreuz

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Blutiges Ritual auf den Philippinen

Auf den Philippinen haben sich am Karfreitag im Dorf San Pedro Cutud neun Menschen ans Kreuz nageln lassen, einer von ihnen zum 31. Mal. Die Gläubigen blieben mindestens fünf Minuten am Kreuz. Im ganzen Land nahmen tausende Menschen an den Feierlichkeiten teil, die den Höhepunkt der Osterfeiertage in dem katholischen Inselstaat in Südostasien darstellen.

Ein Mann am Kreuz

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Tausende Zuschauer in Mendrisio

Bereits am Gründonnerstagabend hatten in Mendrisio mehrere tausend Zuschauer der historischen Osterprozession beigewohnt. Die Bewohner der Südtessiner Ortschaft nahmen in 200 Rollen an der Prozession teil, welche den Leidensweg von Jesus Christus zeigt. «Tod!», «Ans Kreuz!», riefen die Zuschauer in den Gassen der Altstadt. Die Organisatoren schätzen, dass rund 5000 Besucherinnen und Besucher zugegen waren.

Jesus-Darsteller mit Kreuz

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Die Klagefrauen von Romont

Mit der Prozession der Klagefrauen (franz. Pleureuses) wird im freiburgischen Romont jedes Jahr am Karfreitag dem Leidensweg Jesu und dem Mitgefühl der Frauen von Jerusalem gedacht, die am Kreuzweg standen. Die schwarz verhüllten Frauen tragen schweigend die Marterwerkzeuge Christi mit sich. Das Passionsspiel von Romont wird nach Angaben der Kantonsbehörden erstmals im Jahr 1456 erwähnt. Ausnahmsweise fand die Prozession in diesem Jahr im Innern der Kirche von Romont statt.

 Prozession der Klagefrauen

Bildlegende: Keystone

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Jahrhundertealte Osterprozession im Tessin

    Aus Tagesschau vom 14.4.2017

    Dieser Tage finden in Mendrisio traditionelle Osterprozessionen statt – am heutigen Karfreitag eine feierliche Prozession unter Leuchtbildern, den sogenannten «Transparenten ». Diese zum Teil über 200 Jahre alten Kunstwerke erhalten nun ein eigenes Museum.