Keine Tantiemen für Goebbels' Nachfahren

Joseph Goebbels war Propagandaminister im Dritten Reich. Der Verlag Random House bringt eine Goebbels-Biografie mit Zitaten aus dessen Tagebüchern heraus. Jetzt fordern die Nachfahren von Goebbels Tantiemen ein. Der Verlag will aber «im Leben nicht» bezahlen.

Propagandaminister Joseph Goebbels in Nazi-Uniform am Rednerpult.

Bildlegende: Hitlers Propagandaminister Joseph Goebbels spricht am 30. Oktober 1938 in Berlin vor NSDAP-Mitgliedern. Keystone Archivbild

Cordula Schacht sieht sich als die rechtmässige Vertreterin des literarischen Vermächtnisses von Goebbels. Sie ist die Tochter von Hitlers Wirtschaftsminister Hjalmar Schacht. Namens der Familie des Nazi-Verbrechers fordert sie vom Verlag darum knapp 6500 Euro Tantiemen für das neue Buch.

Random House denke aber «im Leben nicht» daran, an Nachfahren von Kriegsverbrechern Geld zu zahlen, sagte Verlagsjurist Rainer Dresen. Den Gegenvorschlag des Verlags, eine Zahlung an eine Holocaust-Stiftung zu leisten, lehnte Schacht hingegen ab.

Nun kommt der Streit in München vor Gericht. Dresen weist darauf hin, dass Goebbels 1936 mit dem Eher-Verlag eine Vereinbarung über seine Tagebücher getroffen habe. Alle Rechte des einstigen NSDAP-Verlags lägen aber heute beim Staat Bayern und nicht bei den Nachfahren. Zudem würden Autorenrechte ohnehin 70 Jahre nach dem Tod Goebbels frei.