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Panorama Klimakiller Fleisch?

Mit wachsendem Wohlstand wächst nachweislich der Appetit auf Fleisch. Ein Genuss, klar – aber unser Fleischkonsum ist schlecht für die Umwelt. Er schädige das Klima mehr als Autoabgase, sagen Experten wie die Britin Tara Garnett.

Hot Dog-Würstchen in einer Reihe
Legende: Mit wachsendem Wohlstand wächst weltweit der Appetit auf Fleisch. Weniger wäre besser für die Umwelt. Reuters

Für Tara Garnett ist Fleisch die Quelle vieler Übel auf der Welt. Die Fleischproduktion sei für 15 Prozent der globalen Treibhausgas-Emissionen verantwortlich, sagte die britische Wissenschaftlerin, die zurzeit an einer Tagung in Basel weilt. Auch sei sie der wichtigste Grund für die Abholzung von Regenwäldern und die globale Wasserverschwendung.

Garnett ist Gründerin einer Forschungsgruppe an der Universität Oxford, die die Auswirkungen der Nahrungsmittelproduktion auf die Umwelt untersucht. Und die sind – gerade beim Fleisch – grösser, als viele denken.

Pupsen und Rülpsen setzt Methan in grossen Mengen frei

Den grössten ökologischen Fussabdruck hinterlässt Rindfleisch. Bei der Produktion eines Kilos davon entstehen im Schnitt so viele Treibhausgase wie bei einer 200 Kilometer langen Autofahrt. Das liegt vor allem am Methan, das im Magen von Wiederkäuern wie Kühen bei der Futterverwertung entsteht – und durch Pupsen und Rülpsen in grossen Mengen freigesetzt wird. Methan ist ein aggressives Treibhausgas.

Der Blick auf den Fussabdruck sei allerdings etwas einseitig, findet ETH-Rindsforscher Florian Grandl. Auch die Auswirkungen auf die Gewässer-Ökosysteme müsse Beachtung finden.

Tara Garnett stimmt Grandl zu – und lenkt den Blick auf den vielen Stickstoff-Dünger, der am Anfang der Produktionskette auf die Felder gesprüht wird, damit wir am Ende Steaks und Schnitzel auf dem Teller haben. Stickstoff trage massiv sowohl zur Erderwärmung als auch zur Verschmutzung von Boden und Wasser bei, sagt die Wissenschaftlerin.

Öfter mal kein Fleisch

Stickstoff-Dünger wird für den Anbau von Kraftfutter gebraucht. Soja- und Maispflanzen, die damit besprüht werden, nehmen aber nur einen kleinen Teil davon auf. Der meiste Stickstoff versickert im Boden, gelangt in die Atmosphäre oder über Grundwasser und Flüsse in Seen und Meere. Riesige Mengen würden dabei verschwendet, kritisiert die Britin. Nicht nur da: Kühe scheiden einen Grossteil des Kraftfutters – und damit des Stickstoffs – wieder aus.

Für Umwelt und Klima wäre es also wohl am besten, wenn wir statt Steak und Würstchen mehr Salat essen: Mit konsequent vegetarischer Ernährung wären 2050 fast zwei Drittel weniger Treibhausgas-Emissionen in der Atmosphäre, hat ein Kollege von Tara Garnett aus Oxford gerade ausgerechnet. Nur ist das total unrealistisch. Tatsächlich nimmt der Fleischkonsum mit wachsendem Wohlstand weltweit zu.

Garnett beruhigt: Es gehe auch nicht darum, Fleisch gänzlich zu verbieten. Wenn jeder von uns allerdings weniger häufig Steak und Schnitzel verspeise, würde das Umwelt und Klima schon spürbar entlasten.

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24 Kommentare

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  • Kommentar von Andreas Würtz (Andhrass)
    Der Film "Cowspiration" gibt auch ziemlich zu denken. Die Zahlen (dort wird von 51% Treibhausgasen geredet) sind wahrscheinlich zu hoch gegriffen. Der wirkliche Wert wird aber sehr deutlich über 15% liegen. Selbst die FAO kommt mit ihrem veralteten Zahlenmaterial von 2002 auf 18%. Das darf aber jetzt nicht als Vorwand dienen, nichts mehr im Bereich Energie und Verkehr zu tun!
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  • Kommentar von Udo Gerschler (UG)
    Endlich wissen wir warum die Saurier ausgestorben sind.Der Fleischkonsum war einfach zu groß.
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  • Kommentar von Rolf Künzi (Unbestimmt)
    Landwirtschaft und Ernährung zu koordinieren ist eines der anspruchsvollsten Themen und geht nicht ohne gute Information und Kreativität. http://www.arte.tv/guide/de/062286-020-A/vox-pop
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    1. Antwort von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
      Was wollen Sie da noch kontrollieren, wo doch die Menschheit versessen ist auf ihre Billigfood, auf ihr tägliches Stück Qualfleisch auf dem Teller und auf die Wurst zum Frühstück nicht verzichten will und die dazu gehörigen Futtermittel eh fast alle in Entwicklungsländern angebaut werden. Und eben, Bio ist nicht gleich Bio. Die EU hat nicht dieselben Auflagen wie wir, artgerechte Tierhaltung bspw. Deshalb finden sie dort auch Riesen-Biobetriebe mit Massentierhaltung usf.
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