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Panorama Klirrende Kälte setzt Bahnverkehr zu

Minus zehn Grad und mehr: In manchen Teilen der Schweiz herrscht klirrende Kälte. Die sorgt nicht nur für bibbernde Bürger, sondern macht auch dem Bahnverkehr zu schaffen.

Die Schweiz hat am Montag den bisher kältesten Morgen dieses Winters erlebt. Auch der Bahnverkehr blieb von der Kälte nicht verschont.

Die Bahnverkehrsinformation meldete zahlreiche Störungen, die auf vielen Strecken zu Verspätungen führten. So war beispielsweise die Strecke zwischen Lausanne und Genf Flughafen wegen einer Stellwerkstörung nur beschränkt befahrbar.

Eis macht Probleme

Zwischen Koblenz (AG) und Waldshut (Deutschland) sowie auf der Linie Baden-Koblenz war der Bahnverkehr zeitweise ganz unterbrochen.

Auch auf dem Netz der Regionalbahn Thurbo kam es zwischen Romanshorn (TG) und Arbon (TG) zu einem Unterbruch. Betroffen war auch der Raum Zürich, unter anderem wegen eines Zuges, der zwischen Winterthur und Seuzach die Strecke blockierte.

SBB-Mediensprecher Daniele Pallecchi erklärt, mit was für Problemen die SBB zu kämpfen hatte: «Bereits bei Betriebsbeginn kam es zu einigen Störungen.

Zum Beispiel Weichenstörungen, weil Weichenheizungen ausgefallen waren; Barrierenstörungen, weil Motoren ausgefallen waren, und Zugstüren, die nicht richtig geschlossen haben sowie Stellwerkstörungen generell.» Es sei also einiges zusammengekommen. «Doch bereits ab 8.30 Uhr hat sich der Verkehr wieder normalisiert.»

Das liege nicht etwa an mangelnder Vorbereitung seitens der SBB, sagt Pallecchi: «Wenn sich beispielsweise hinter einem Rad von einem schnellen Zug Eis ansammelt und diese Teile auf die Schienen fallen, können Eisbruchstücke zwischen Weichen gelangen.

Diese können dann nicht mehr gestellt werden. Das sind Probleme, die auch mit der besten Vorbereitung nicht verhindert werden können.» Nun sollte der Betrieb aber in den nächsten Tagen wieder funktionieren.

Obwohl es in den nächsten Tagen frostig bleibt, rechnet die SBB nicht mit einer Wiederholung der Störungen vom Montag. «Wer aber einen wichtigen Termin hat, der soll doch einen Zug früher nehmen», sagte Pallecchi.

Kälter war es 2014 noch nicht

Die tiefsten Temperaturen wurden in La Brévine im Neuenburger Jura mit -29 Grad gemessen. Auch im Mittelland wurden verbreitet zweistellige Minusgrade registriert.

Legende: Video «Schnee und Kälte in der Schweiz» abspielen. Laufzeit 1:37 Minuten.
Aus Tagesschau vom 29.12.2014.

Im Mittelland und in der Region Basel sanken die Temperaturen auf -10 bis -15 Grad. Am Flughafen Zürich, in Tänikon (TG) sowie im luzernischen Mosen fiel das Thermometer laut SRF-Meteo auf -17 Grad.

Damit zeigte das Thermometer zwar vielerorts die tiefsten Temperaturen des Jahres an, wie SRF Meteo mitteilte. Von Rekordtemperaturen konnte aber keine Rede sein. Die tiefsten je gemessenen Morgentemperaturen lägen im Mittelland vielerorts um minus 20 Grad. Die Temperaturen bleiben im Minusbereich – bis zum 2. Januar herrscht gemäss SRF Meteo «Dauerfrost».

Milder blieb es im Seeland und am Genfersee, sowie in einigen Voralpentälern, wo es lange bewölkt war. Die Temperaturen im Tessin lagen durchgehend über dem Gefrierpunkt.

20 Kommentare

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  • Kommentar von Daniel Schenker, Bern
    Japanische Eisenbahnen im Schnee 1/3. In den Schneereichen Regionen Japans (z.B. Hokkaido, Tohoku) haben Sie keine derart hohe Eisenbahndichte wie in der CH, weder schienenmässig noch fahrplanmässig. Der Hochgeschwindigkeitsverkehr Shinkansen z.B. ist durchwegs doppelspurig richtungsgetrennt und kommt mit vergleichsweise wenigen Weichen aus. …
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  • Kommentar von Daniel Schenker, Bern
    Japanische Eisenbahnen im Schnee 2/3. Aber man hat dort auch Systeme, die wir nicht haben: Man besprinkelt die Weichen mit warmem Wasser. Dadurch können wohl Eisblöcke in Weichen geschmolzen werden, die wir mit unseren Weichenheizungen nicht schmelzen können mangels ausreichend grosser Kontaktfläche und Leistung. …
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  • Kommentar von Daniel Schenker, Bern
    Japanische Eisenbahnen im Schnee 3/3. Die neuste im Bau befindliche, 290 km lange Shinkansen-Strecke (Magnetschwebebahn 500 km/h) ist komplett in „Tunnel“ gelegt, d.h. auch offene Streckenanteile z.B. auf Viadukten werden vollständig verschalt und der Schnee hat somit keinen Zugang. Da man wegen der hohen Geschwindigkeit (500km/h) nie lange im „Tunnel“ fahren wird, macht einem die „Nacht-Fahrt“ auch nicht mehr aus als etwa bei einem Nacht-Flug.
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