Kometensonde «Philae» fällt in ewigen Winterschlaf

Abschied von «Philae»: 15 Monate nach ihrer Landung auf Komet «Tschuri» hat die Forschungssonde ihre Mission beendet. Die Chancen, dass sich das Minilabor nochmals meldet, gehen «gegen Null», wie das Deutsche Raumfahrtzentrum mitteilte.

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Erfolgreiche Landung auf Komet

3:56 min, aus Tagesschau vom 12.11.2014

Der kleine Landeroboter «Philae» auf dem Kometen «Tschuri» wird sich nach Angaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) wohl nicht mehr melden. «Philaes» Energie reiche nicht mehr aus und die Temperaturen seien zu kalt für seine Elektronik. Der Roboter geht in den ewigen Winterschlaf über.

«Die Chancen, dass 'Philae' noch einmal Kontakt zu unserem Team im Lander-Kontrollzentrum des DLR aufnimmt, gehen leider gegen Null, und wir senden auch keine Kommandos mehr», erklärte DLR-Projektleiter Stephan Ulamec.

Die Landung des waschmaschinengrossen Labors auf dem Kometen mit dem wissenschaftlichen Namen «67P/Tschurjumow-Gerassimenko» hatte im November 2014 weltweit für Aufsehen gesorgt. Nach zehnjähriger Reise war es von der europäischen Raumsonde «Rosetta» abgesetzt worden.

Doch seine Harpune zur Verankerung löste nicht aus, «Philae» hüpfte umher. Schliesslich landete er an einer schattigen Stelle – und konnte daher weniger Sonne und damit Energie tanken als geplant. Dank seiner Batterien war es den Wissenschaftlern nach eigenen Angaben dennoch möglich, mehr als 60 Stunden mit ihm zu forschen.

Temperaturen bis minus 180 Grad Celsius

In den vergangenen Monaten hatten die Experten allerdings vergeblich auf Funksignale gewartet. In den nächsten Jahren entfernen sich Komet und «Philae» immer weiter von der Sonne. «In der Kometennacht kann es jetzt bis unter minus 180 Grad Celsius kalt werden», erläuterte DLR-Kometenforscher Ekkehard Kührt. Der Lander ist nach Angaben des DLR aber nur auf Temperaturen bis minus 50 Grad Celsius ausgelegt.

Am 9. Juli 2015 habe er zum letzten Mal Informationen gesendet. Die Ingenieure halten es für möglich, dass Kurzschlüsse an den Sendern der Grund für die Probleme sein könnten.

Vielleicht noch ein letztes Foto

Das Fazit der Forscher fällt dennoch positiv aus. «Es war nicht nur das erste Mal, dass man jemals mit einem Lander auf einer Kometenoberfläche aufgesetzt hat, wir haben auch faszinierende Daten erhalten, mit denen wir noch viele Jahre arbeiten können», sagte Pascale Ehrenfreund, Vorstandsvorsitzende des DLR.

Auch die Europäische Raumfahrtagentur Esa in Darmstadt, von wo aus die Raumsonde «Rosetta» gesteuert wird, zeigte sich zufrieden.

«Rosetta» soll nun versuchen, bis zum Ende ihrer Mission im September letzte Fotos von dem kleinen Roboter zu machen. Dafür müssten aber die Lichtverhältnisse passen, sagte der Chef für den Esa-Flugbetrieb Paolo Ferri – man brauche etwas Glück. «Ich wäre traurig, wenn wir ihn physisch nicht mehr sehen würden.»