Zum Inhalt springen

Header

Audio
In der Schweiz wird die Antibabypille immer unbeliebter
Aus Nachrichten vom 22.02.2021.
abspielen. Laufzeit 00:38 Minuten.
Inhalt

Kondom, Spirale, Sterilisation Frauen ersetzen Pille zunehmend mit anderen Verhütungsmitteln

  • Frauen in der Schweiz entscheiden sich bei der Verhütung zunehmend gegen die Pille und für andere hormonelle Verhütungsmittel, zeigt eine Befragung des Bundesamtes für Statistik (BFS).
  • Grund dafür sind das grössere Angebot und die Meldungen über ein erhöhtes Embolie-Risiko bei Einnahme der Östrogen-Gestagen-Pillen.
  • Am meisten wird in der Schweiz mit dem Kondom (42 Prozent) verhütet.

Während im Jahr 1992 noch 52 Prozent der Frauen mit der Pille verhütet haben, waren es 25 Jahre später nur noch 33 Prozent. Das zeigen Zahlen des BFS aus der aktuellen Bevölkerungsbefragung. Besonders stark war der Rückgang bei Frauen unter 35 Jahren, nämlich von 67 Prozent auf 45 Prozent.

Video
Aus dem Archiv: Auslaufmodell Antibaby-Pille?
Aus Puls vom 29.05.2017.
abspielen

Pille und Kondom werden gerne kombiniert

Nach der Pille an zweiter Stelle (31 Prozent) geben Frauen als dritthäufigste Methode die Hormonspirale (12 Prozent) und die Männer die Sterilisation (15 Prozent) an. Dabei werden Kondome und Pille mit zunehmenden Alter von der Spirale oder der Sterilisation verdrängt.

Von den jungen Frauen befolgt eine von vier die Empfehlung, beim Sex einen doppelten Schutz anzuwenden. In der Regel werden dabei die Pille und das Kondom kombiniert.

Normalisierung im HIV-Aids-Bereich

Insgesamt hat der Anteil der Frauen, die beim Sex verhüten, in den vergangenen 25 Jahren von 54 Prozent auf 72 Prozent zugenommen. Bei Männern ist es ein weniger klares Bild. So haben Männer zwischen 1992 und 2002 immer weniger zum Kondom gegriffen – die Anwendung sank von 69 Prozent auf 41 Prozent.

Gemäss der Mitteilung des BFS geht dies mit der einsetzenden «Normalisierung» im HIV-Aids-Bereich einher. Die HIV-Aids-Erkrankungen hätten sich Ende der 1990er-Jahre nicht mehr so stark ausgedehnt, erklärte dazu Marco Storni von der BFS-Sektion Gesundheit der Bevölkerung gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Der Umgang mit dem Risiko einer Erkrankung sei damals ein anderer gewesen, man habe sich ab dann bei einer neuen Partnerschaft eher testen lassen.

Junge Männer verzichten öfters auf Kondom

Nach diesem Rückgang hat die Anwendung von Kondomen noch etwas geschwankt, ehe die Kondome ab 2012 wieder häufiger zum Einsatz kamen. Allerdings griffen die jüngeren Männer zuletzt weniger zu einem Kondom: bei ihnen sank der Anteil zwischen 2007 und 2017 um zehn Prozent auf 70 Prozent.

Männer entscheiden sich zudem seltener für eine Sterilisation als früher. Zwischen 1992 und 2002 stieg der Anteil der gewählten Sterilisationen, seither geht er zurück. Gemäss Mitteilung komme dies insbesondere bei den Männern zwischen 35 und 54 Jahren vor. In dieser Altersgruppe steigt dafür die Verwendung der Hormonspirale. Sie entwickle sich für Paare zunehmend als Alternative zur Sterilisation, schreibt das BFS.

Im Vergleich mit dem Ausland verhüten die Frauen in der Schweiz nicht nur anteilsmässig mehr, sondern benützen auch öfters das Kondom als Frauen in Frankreich oder Deutschland. Dort werden hingegen häufiger die Pille und die Spirale angewendet.

Video
Aus dem Archiv: Unbeliebte Kondome
Aus 10 vor 10 vom 23.10.2017.
abspielen

SRF4 News, 22.02.2021, 12:30 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

8 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Roger Ebischer  (RO.Ebi)
    Endlich ein erfreulicher Artikel ! Sind wir ehrlich, wer pumpt schon gerne Hormone in seinen Körper, ausser man ist Bodybuilder. Das Kondom ist doch immer noch die einfachste Verhütung, die keine Nebenwirkungen auf den Körper hat.
  • Kommentar von Walter Liechti  (Walimann)
    Die Libido-hemmende Anti-Baby-Pille durch andere Verhütungsmittel zu ersetzen, finde ich eine sehr gute Sache. Die alternativen Methoden wirken zwar etwas weniger zuverlässig, aber durch die Möglichkeit, das Kind in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen legal abtreiben zu können, kann dieses Manko problemlos kompensiert werden.
    1. Antwort von Shane O'Neill  (Diddleydoo)
      "problemlos" ist ein wenig provokant. Ich gehe davon aus, das Sie es gewollt so formuliert haben?
    2. Antwort von Laura Brunner  (dibidäbi)
      Herr Liechti, die Hormonspirale und das Hormonstäbchen sind zuverlässiger als die Anti-Baby-Pille. Zudem ist die Hormonabgabe viel geringer.
  • Kommentar von Takeshi Kovacs  (Envoy)
    Ich wünsche mir als Mann schon länger etwas besseres als Kondome. Für One-Night-Stands oder Festivalgänger sind die vielleicht toll, in einer festen Beziehung gehen sie aber ziemlich auf die Eier (haha).
    Meine Partnerin nimmt zwar die Pille, wir sind uns aber beide (offen) bewusst, dass es emotionale Nebenwirkungen mit sich zieht. In den ersten paar Monaten nach umstieg auf die Pille musste sie andauernd ohne Grund weinen.

    Die Pille für den Mann, das wär doch was.
    1. Antwort von Alain Rothenbühler  (pls)
      Ich finde auch, dass es unbedingt mehr Verhütungsmethoden für den Mann braucht. Zwischen Kondom und Sterilisation zu wählen ist nicht wirklich toll.
    2. Antwort von Andreas Morello  (Andreas Morello)
      Da stimme ich zu. In einer Partnerschaft kommt irgendwann der Punkt wo beide gern auf das Kondom verzichten möchten.

      Ich bin jetzt in einem Alter, in dem ich sicher keine weiteren Kinder mehr möchte, was die Vasektomie interessant macht. Für jüngere sollte es irgendeine Alternative geben.

      Schade, dass es in den letzten 20 Jahren keinen Fortschritt beim Samenleiterventil gegeben hat.
    3. Antwort von Ahnung von Fussball  (Ahnung von Fussball)
      Es gab Forschung zum Thema, Pille für den Mann. Doch irgendwann wurde dieses Projekt eingestellt, da es beim Mann ähnliche Nebenwirkungen gibt, wie bei der Frau