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iPhone bezahlt, doch der Onlineshop liefert einfach nicht
Aus Espresso vom 08.04.2021.
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Kunden verärgert Online-Shop liefert iPhones nicht – und geht auf Tauchstation

Kundinnen und Kunden des Daxa-Shops warten seit Monaten auf ihre Bestellungen.

Die Internet-Seite des Daxa-Shops macht dieser Tage keinen guten Eindruck: Bestellungen können keine mehr getätigt werden, Produkt-Fotos sind verschwunden und die letzten «News» stammen vom 23. März 2021: Es handelt sich um mehrere Links zu Postversand-Auszügen, die belegen sollen, dass das Unternehmen «viele zufriedene Kunden» hat. Man habe sich dazu entschieden, diese Auszüge zu publizieren, «damit jeder sehen kann, dass das Gerücht ‹Daxa liefert nie› vom Tisch ist».

Meiner Meinung nach ist das gewerbsmässiger Betrug
Autor: Daxa-Kunde

Die Realität sieht anders aus: Nicht nur bei der Redaktion des SRF-Konsumentenmagazins «Espresso» haben sich mehrere Betroffene gemeldet, die seit Monaten auf bestellte Ware warten, unterdessen gibt es auch eine Facebook-Gruppe mit mehr als 100 Mitgliedern – sie alle sagen von sich, sie hätten beim Daxa-Shop bestellt, die Ware sei jedoch nie geliefert worden.

Keine Kommunikation möglich

Der Shop, bei dem man unterdessen nichts mehr bestellen kann, hatte mal Smartphones, Monitore, Tablets und andere elektronische Geräte im Angebot. Bei den Kundinnen und Kunden, die nun auf ihre Bestellungen warten, geht es oft um ein iPhone 12. Gemäss den Schilderungen der Betroffenen konnte man dieses beim Daxa-Shop etwas günstiger beziehen als bei der Konkurrenz.

«Bei den ersten Verzögerungen machte ich mir noch keine grossen Gedanken», sagt ein Kunde, der bei Daxa rund 1100 Franken für das iPhone 12 bezahlt hat. Es habe schliesslich auch bei anderen Online-Händlern Verzögerungen gegeben bei diesem Gerät. Irgendwann sei aber die Kommunikation mit dem Shop abgebrochen: «Auf E-Mails gab es keine Antwort mehr, telefonisch war das Unternehmen auch nicht mehr zu erreichen.» So schildern es auch andere Daxa-Kundinnen und Kunden. Selbst auf eingeschriebene Briefe habe das Unternehmen nicht reagiert. «Meiner Meinung nach ist das gewerbsmässiger Betrug – ich werde Strafanzeige einreichen», sagt ein Kunde.

Betrug müsste man nachweisen

Das sind schwerwiegende Vorwürfe – doch so nachvollziehbar die Gemütslage der Betroffenen ist: Ganz so klar ist die Sachlage nicht. Denn Betrug würde beispielsweise voraussetzen, dass die Verantwortlichen des Daxa-Shops ganz bewusst Bestellungen entgegengenommen haben, obwohl sie von Anfang an wussten, dass sie die Geräte nie werden ausliefern können.

Auf E-Mails gab es keine Antwort mehr, telefonisch war das Unternehmen auch nicht mehr zu erreichen
Autor: Daxa-Kunde

Und dieser Nachweis sei in solchen Fällen oft schwierig, sagt ein Rechtsanwalt, der mehreren Daxa-Kundinnen und -Kunden vertritt. Er empfiehlt Betroffenen dennoch, Strafanzeige einzureichen. Das sei abgesehen vom zeitlichen Aufwand nicht mit Kosten verbunden.

Geld ist wohl in vielen Fällen verloren

Die Daxa GmbH selbst schweigt zu den Vorwürfen. Mehrere E-Mails und Facebook-Messenger-Nachrichten blieben unbeantwortet. An der angegebenen Büro-Adresse in Zürich – ein Coworking-Space – war niemand von Daxa vorzufinden. Man werde dem Geschäftsführer jedoch eine Nachricht hinterlassen. Auch darauf hat «Espresso» keine Rückmeldung erhalten.

Es ist davon auszugehen, dass die Daxa GmbH nächstens in Konkurs gehen wird. Das geht auch aus Nachrichten hervor, die der Geschäftsführer an Kunden geschickt hat und die «Espresso» vorliegen. Für die Betroffenen, die bis jetzt auf ihr Geld beziehungsweise auf ihre Bestellung warten, heisst das: Das Geld, das sie für die Produkte bezahlt haben, dürfte wohl verloren sein.

Espresso, 08.04.2021, 8:13 Uhr

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16 Kommentare

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  • Kommentar von René Burkhard  (NeuYork)
    Daxa-shop? Nie gehört davon. Hoffentlich lernen die Geschädigten etwas daraus. Tipp: schreiben Sie eine E-Mail an die Kontaktadresse nach einem Angebot mit Warenwert über CHF 10tausend. Wenn Sie keine Antwort erhalten innert drei Tagen vergessen Sie den Shop.
  • Kommentar von Marc Hofer  (M. Hofer)
    Aus Prinzip keine Vorauszahlung, dafür bei termingerechter Lieferung sofortige Zahlung, auch wenn eine Frist von 30 Tagen gewährt wird.
    Zuerst die Ware, dann gibt es Bares und nicht umgekehrt. Lieferanten die diese Dienstleistung nicht anbieten wollen, können mir daher in die Schuhe blasen und ich suche einen anderen Anbieter. Auch wenn ich ein bisschen mehr zahlen sollte, bin ich jedenfalls auf der sicheren Seite.
    1. Antwort von Marc Hofer  (M. Hofer)
      Nachtrag:
      Bei zwei Lieferanten erhielt ich nach sofortiger Zahlung sogar 3% Skonto und sich fragten mich, zur Gutschrift, per Email nach meiner Iban an.
      Kein Riesen-Betrag, trotzdem solchen Anbietern und ihrem Service kann ich Vertrauen.
    2. Antwort von Daniel Gion  (dgion)
      Das ist ja gut und recht wenn sie einen Anbieter finden der diese Bedingungen akzeptiert. Leider finden es in vielen Bereichen aber dazu keinen Lieferanten...
      Zum möglichen Einwand vom Ladenkauf - viele Artikel können Sie in keinem Laden kaufen auch wenn Sie einen ganzen Tag suchen und 20 Geschäfte abklappern. In Läden finden Sie meist nur 0815 Ware
  • Kommentar von Anita Mannhart  (lupus)
    Leute geht doch einfach mal wieder in die Läden, kauft dort, bezahlt und nehmt es gleich mit nach Hause.