Kurzschluss vernichtet grosse Teile von historischem Pier

Die berühmte Seebrücke im südenglischen Eastbourne ist zu zwei Dritteln nur noch Schutt und Asche. Ein Kurzschluss soll daran schuld sein. Für den Tourismus ist das ein schwerer Schlag.

Am Tag nach dem Feuer steht nur noch das russgeschwärzte Metallgerüst der 1870 erbauten Seebrücke auf Holzpfählen. Zwei Drittel der Cafés, Restaurants, Bars und Nachtclubs brannten nieder. Nach ersten Erkenntnissen ist der Brand in einer Wandverkleidung ausgebrochen. Das weise auf einen Kurzschluss hin, sagte der Chef der Gemeindeverwaltung von Eastbourne. Brandermittler klären die genaue Ursache ab.

Verletzt wurde beim Brand niemand. Polizei und Feuerwehr konnten die Seebrücke am Mittwoch rasch evakuieren. Touristen und Einwohner der Stadt sahen entsetzt zu, wie meilenweit sichtbare, schwarze Rauchwolken von einer der wichtigsten Attraktionen der Küstenstadt aufstiegen.

Tourismusverantwortliche besorgt

Die Feuerwehr war beim Löschen am Mittwoch bemüht, so viel wie möglich von der historischen Bausubstanz zu retten. Sie hatte den Brand am Abend unter Kontrolle gebracht. Rund 30 Feuerwehrleute standen jedoch auch die Nacht über weiter im Einsatz.

Dass das Feuer ausgerechnet in der Sommersaison ausbrach, bereitet vielen zusätzlich Sorgen: In zwei Wochen findet in der kleinen Stadt am Meer die Airbourne-Flugschau statt, der wichtigste Termin im Jahr für den Tourismus.

Historisch und feueranfällig

Auf englischen Seebrücken kommt es nicht selten zu Bränden. 2003 brannte der 148 Jahre alte West Pier in Brighton komplett ab. Er hatte zweimal innerhalb von zwei Monaten Feuer gefangen. In Essex wurde 2005 die längste Vergnügungsseebrücke der Welt durch Feuer schwer beschädigt. Auch 2008 und 2010 brannten Seebrücken.