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Tierquälerei für Kapuzen-Pelz
Aus Kassensturz vom 07.01.2020.
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Leiden für die Mode Tierquälerei für Kapuzen-Pelz

  • Pelz ist nach wie vor im Trend, an vielen Jacken und Mützen findet sich das Fell von Marderhunden.
  • Finnland ist das einzige europäische Land, das Marderhunde züchtet.
  • Rund 160'000 Marderhunde werden in engen Käfigen gehalten, auf Gitterböden, ohne Auslauf oder Zerstreuung.

Rund die Hälfte der Pelzprodukte in Schweizer Warenhäusern stammen zur Zeit von Marderhunden, ein grosser Teil davon kommt aus Finnland. Dies besagt eine Erhebung des Zürcher Tierschutzes.

Ein Team von SRF recherchierte vor Ort und wollte Marderhund-Farmen besuchen. Ohne Erfolg, der finnische Pelzverband Fifur und die Vermarktungsorganisation Sage Furs , Link öffnet in einem neuen Fensterlehnten Drehanfragen im Dezember ab.

Art der Haltung wäre in der Schweiz nicht erlaubt

Gemeinsam mit finnischen Tierschützern besichtigte das SRF-Team eine Farm mit Marderhunden von aussen. Die Ganze Anlage mit den Tierkäfigen ist eingezäunt, so will es das Gesetz. Denn es handelt sich um eine invasive Art. Der Marderhund ist in Skandinavien gar nicht heimisch – er stammt aus Asien. Die Tiere sollen sich nicht mit der einheimische Fauna mischen.

Stellungnahme des finnischen Pelzverbandes Fifur

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Fifur schreibt auf Anfrage von «Kassensturz»:

  • Tierwohl ist erste Priorität in der Pelzzucht und breit geregelt.
  • Pelz ist mehr als Luxus, Pelz ist nachhaltige, bewusste Mode. Pelz ist ein biologisch abbaubares Material, das über Generationen weiteregegeben wird.

Zu den Marderhunden:

Finnland und Fifur-Züchter haben eine Spezialerlaubnis der EU um während mindestens 30 Jahren Marderhunde zu züchten. Die Europäische Kommission hat die Zuchtbedingungen sorgfältig überprüft, die Erlaubnis ist strikt reguliert und wird eng überwacht.

Zu den Polarfüchsen:

Wir haben neue Fütterungsanleitungen festgelegt und der Bodymassindex wird auch angewendet. Um Veränderungen in der Zucht zu erzielen und die Grösse der Füchse zu reduzieren, braucht es Generationen. Tiere sind kein Fabrikprodukt, das man unverzüglich anpassen kann, aber wir arbeiten systematisch daran.

Marderhunde werden in engen Gitterkäfigen mit Drahtgitterboden gehalten. Ihr Kot fällt durch das Gitter, bleibt liegen. Zur Ablenkung der Tiere liegt ein Stück Holz oder Knochen im Käfig. Diese Haltung wäre in der Schweiz nicht erlaubt. Die Tiere hätten ein Recht auf Auslauf und Abwechslung.

«Marderhunde sind Raubtiere, aber auf finnischen Pelzfarmen haben sie keine Möglichkeit, so zu leben, wie es ihren natürlichen Bedürfnissen entspricht», sagt Kristo Muurimaa von der finnischen Tierschutzorganisation Oikeutta Eläimille, Link öffnet in einem neuen Fenster.

Marderhunde haben «Monsterfüchse» abgelöst

«Das Schlimmste für diese Tiere ist diese extreme Öde. Man muss sich vorstellen, ein halbes Jahr in einem Käfig zu leben, ohne etwas zu tun zu haben, ohne herauszukommen.» Die Tierschützer dokumentieren die Lebensbedingungen auf Pelzfarmen seit Jahren und machen diese öffentlich.

Bereits vor zwei Jahren berichtete «Kassensturz» über die sogenannten «Monsterfüchse». Es sind riesige Tiere in kleinen, engen Gitterkäfigen, Füchse mit Pelzfalten am ganzen Körper. Zu diesen Falten kommt es, weil die Farmer die Tiere mit kalorienreicher Nahrung richtiggehend mästen – bis die eigentlich zierlichen Füchse vier oder fünf Mal so schwer sind wie ein natürlich gewachsener Polarfuchs.

Fazit nach zwei Jahren: Schweizer Läden weichen auf Marderhund aus. Felle vom finnischen Polarfuchs verkaufen sie in der Tat kaum mehr. Doch in Finnland vegetieren solche Tiere noch genau gleich wie vor zwei Jahren. Auch das hat das «Kassensturz»-Team überprüft und die finnischen Tierschützer von Oikeutta Eläimille bestätigen es.

Inzwischen haben allerdings viele Marken, aber auch ganze Warenhäuser beschlossen, auf Pelz zu verzichten: Jelmoli und Modissa wurden zum Beispiel pelzfrei, auch Och Sport lässt alle Pelzprodukte auslaufen. PKZ will ab Frühling 2021 keinen Pelz mehr verkaufen.

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Brief mit Kinderschrift und Zeichnungen.
Legende: Ein rührender Brief von der 8-jährigen Elina. zvg
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38 Kommentare

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  • Kommentar von A. Keller  (eyko)
    Das Verzehren von Hundefleisch in den Sommermonaten soll für Gesundheit und Glück sorgen. Auch die Katzen werden nicht verschont und landen bei dem jährlichen Festival im südchinesischen Yulin auf dem Grill. Die teilweise verletzten und gequälten Tiere werden in viel zu kleinen Käfigen gehalten und dann schamlos getötet und verspeist. Oftmals werden die Tiere bei noch lebendigem Leib in das kochende Wasser oder heiße Fett geworfen. Ein grausamer Anblick. Auch das Häuten der Hunde gehört dazu.
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  • Kommentar von A. Keller  (eyko)
    Luxusmode – Leiden für Edles. An besten Adressen prunken die grossen Modehäuser mit edlen Produkten. Louis Vuitton, Max Mara und weitere Marken. Doch bevor die Luxusgüter das Herz der Kundschaft erfreuen, sorgen sie oft für Leid und Elend bei Mensch und Tier. In einer italienischen Gerberei: Dort trifft man auf bedenkliche Zustände: Sicherheitseinrichtungen werden abgestellt, um die Produktion zu erhöhen. Afrikanischen Arbeiter erhalten schon einmal Prügel statt Lohn.
    Quelle: Medienportal SRF
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  • Kommentar von Antonietta Tumminello  (GoVegan)
    Momentan stammen 85 Prozent aller Felle für die Pelzindustrie von Tieren, die auf Farmen gezüchtet werden. Um möglichst billig zu produzieren, werden Nerze, Füchse oder Marderhunde in winzige, karge und verdreckte Drahtgitterboxen gepfercht, in denen sie sich kaum bewegen können und immer nur Gitterstäbe unter den empfindlichen Pfoten spüren. Sie sind gezwungen, ihr ganzes Leben im Geruch ihrer eigenen Exkremente zu verbringen und haben keinerlei Möglichkeit, ihren Verhaltensweisen nachzugehen.
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