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Eurovision Song Contest Leise Töne am schrillen ESC: Portugal holt den Sieg

Salvador Sobrals Lied «Amar Pelos Dois» passt eigentlich überhaupt nicht in die grelle und laute ESC-Welt. Dennoch hat der 27-Jährige den Gesangswettbewerb klar für sich entschieden.

Buchmacher haben Italien als klaren Gewinner gesehen. Doch den Sieg holte Salvador Sobral (27) aus Portugal mit seiner Jazz-Ballade «Amar Pelos Dois» (Liebe für zwei). Sein Auftritt war einer der leisesten Momente des Abends in Kiew.

Wir müssen die Musik zurückbringen, die wirklich etwas bedeutet
Autor: Salvador Sobral

Ungewöhnlich auch seine Ansprache nach dem Triumph: Es sei ein Sieg für die Musik. «Musik ist nicht Feuerwerk, sondern Gefühl.» Man solle Musik zurückbringen, die wirklich etwas bedeute.

Salvador Sobra mit Schwester Luisa. Sie hält die Flagge Portugals und er einen Pokal in der Hand.
Legende: Salvador Sobra Schwester Luisa, die seinen Song geschrieben hat. Keystone

Der Sänger stammt aus einer alten portugiesischen Adelsfamilie. Sobral studierte Psychologie. Doch brach er dann das Studium ab, um ein Jazzstudium zu absolvieren.

Den Song hat ihm seine Schwester Luisa geschrieben. Sie hat ihn auch bei den Proben vertreten, als er krank war. Nach dem Gewinn trug er den Song in einem bewegenden Duett mit seiner Schwester vor.

Top-Favorit Italien nur auf Platz 6

Auf Platz zwei schaffte es Bulgarien. Top-Favorit Italien mit dem Sänger Francesco Gabbani und seinem Song «Occidentali's Karma» schaffte es nur auf den sechsten Platz. Das Schlusslicht unter den 26 Ländern ist Spanien.

Die Resultate der einzelnen Länder

PlatzLandPunkte
1.
Portugal
758
2.Bulgarien615
3.Moldawien374
4.Belgien363
5.Schweden344
6.Italien
334
7.Rumänien
282
8.
Ungarn200
9.Australien173
10.Norwegen158
11.Niederlande150
12.Frankreich135
13.Kroatien128
14.Aserbaidschan120
15.Vereinigtes Königreich
111
16.Österreich93
17.Weissrussland
83
18.Armenien79
19.Griechenland77
20.Dänemark77
21.Zypern68
22.Polen64
23.Israel39
24.Ukraine36
25.Deutschland6
26.Spanien5

Die Musik-Acts des Eurovision Song Contests mussten sich in zwei Halbfinal-Shows am Dienstag und Donnerstag für den Final qualifizieren. Am diesjährigen ESC haben insgesamt 42 Länder teilgenommen, 26 von ihnen zogen in den Final.

Schweiz schaffte es nur knapp nicht in den Final

Die Schweiz hat mit der Band Timebelle den Einzug in den Final des ESC am Donnertag im zweitern Halbfinal verpasst – allerings nur sehr knapp. Wie «Eurovision.tv» berichtet schaffte es die Schweiz auf Platz 12 – doch nur die zehn besten kamen weiter.

Die Enttäuschung bei der Band ist gross: «Das müssen wir jetzt zuerst einmal setzen lassen. Woran es gelegen haben kann, wissen wir im Moment nicht. Wir haben alles gegeben», sagte Sängerin Miruna Manescu von Timebelle im Interview mit «Glanz & Gloria». «Vielleicht war unser Auftritt zu perfekt für den ESC», mutmasste Pianist Emanuel Andriescu.

Legende: Video Die Schweiz scheidet im ESC-Rennen aus abspielen. Laufzeit 2:55 Minuten.
Aus Glanz & Gloria vom 12.05.2017.

25 Kommentare

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  • Kommentar von Tom Duran (Tom Duran)
    Erfrischend, endlich mal ein Land aus dem Süd/Westen. Den Song hingegen würde ich meiner Anlage nie zumuten, ein schreckliches Gejaule das der gute Mann da von sich gibt. Immerhin ist er von seinem Song überzeugt. Mein Fazit, nebst den ganzen Superstar Sendungen, Homeshopping Kanälen und Psychoberatung am TV ist der ESC mitunter die überflüssigste Sendung überhaupt.
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    1. Antwort von Daniele Röthenmund (gerard.d@windowslive.com)
      So gesehen ist auch das Bild "Sonnenblume" von Van Gogh oder die Skulpturen von Giacometti, die Bücher von Tolstoi oder M. Twain überflüssig. Über Kunst lässt sich nicht streiten, den es sind Persönliche Empfindungen und die sind nie überflüssig, nicht mal ihr Kommentar Herr Duran.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Ich habe die Veranstaltung nicht gesehen im TV. Aber der kurze Ausschnitt des Siegers, in der heutigen Nachmittags-SRF-Tagesschau, hat mir gezeigt, dass das immer grösser und verrückter gewordene reine "Lichter-Bühnen-Spektakel" an diesem Wettbewerb vorbei zu sein scheint! Die "Bewerter" legen wieder mehr Wert auf das "reine" Musizieren und Singen der Musiker und Sänger(innen)! Endlich ist der Klamauk wieder den Tönen gewichen! Herzliche Gratulation an Portugal!
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    1. Antwort von Kurt Meier (Kurt3)
      Rolf Bolliger , dass ich das noch erleben kann , Herr Bolliger , ich teile Ihre Meinung . Schönen Sonntag noch !
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  • Kommentar von Daniele Röthenmund (gerard.d@windowslive.com)
    Das muss ein Schlag ins Gesicht sein für die, die den Anlass verrissen haben und die Schweiz gerne als Opfer darstellen wollen. Portugal musste immer sehr hart unten durch in diesem Wettbewerb, um so schöner finde ich das dieses Lied gewonnen hat!Uma grande canção! Parabéns a Portugal!
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