Mehrere Schwerverletzte nach Zugunglück in Deutschland

Bei einer Kollision nahe des Hauptbahnhofs der deutschen Stadt Mannheim kippten einige Waggons aus den Gleisen. Mehrere Fahrgäste wurden verletzt. Der Fernverkehr muss umgeleitet werden. Glück im Unglück: Ein Wagen mit Gefahrgut blieb unbeschädigt.

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Zugunglück in Mannheim

0:49 min, aus Tagesschau am Mittag vom 2.8.2014

Zwei Wagen eines Passagierzuges kippten in der Nähe des Hauptbahnhofs Mannheim um, als der Zug von Graz nach Saarbrücken unterwegs war.

Zur Zahl der Verletzten gab es bis in die Nacht unterschiedliche Angaben. Die Feuerwehr sprach von fünf Schwerverletzten und 40 Leichtverletzten. 18 Menschen seien ins Spital gebracht worden, sagte ein Sprecher. Die Deutsche Bahn berief sich auf die Bundespolizei und sprach von 35 Verletzten – vier davon schwer. 250 Reisende seien an Bord gewesen. Sie hätten mit Hilfe der Rettungskräfte den Zug verlassen.

Umgestürzte und entgleiste Zug-Waggons.

Bildlegende: Umgestürzte und entgleiste Wagen versperren Gleise. Der Fernverkehr über Mannheim muss umgeleitet werden. Keystone

Das Unglück ereignete sich gegen 20.50 Uhr. Nach Angaben der Bahn fuhr der Güterzug eines privaten Unternehmens dem Eurocity EC 216 schräg in die Seite. Wie es dazu kam, lasse sich derzeit noch nicht sagen.

Chemikalien im Güterzug

Der Hauptbahnhof wurde gesperrt, zahlreiche Rettungskräfte waren im Einsatz. Der Fernverkehr werde umgeleitet, Fahrgäste müssten mit Verspätungen rechnen, sagte die Bahnsprecherin. «Teilausfälle wird es im Regionalverkehr und bei der S-Bahn geben.»

Der Güterzug war laut Bahn auf dem Weg von Duisburg nach Sopron in Ungarn. Einer der Waggons habe Gefahrgut – eine Chemikalie – transportiert, hiess es. Der Wagen sei aber unbeschädigt geblieben. Bei dem Güterzug entgleisten die Lokomotive und die ersten zwei Wagen. Container fielen herunter.

Bei dem Eurocity entgleisten fünf der neun Wagen, so die Bahn. Der Zusammenstoss sei wohl deshalb vergleichsweise glimpflich ausgegangen, weil die Züge in diesem Bereich sehr langsam unterwegs seien, sagte ein Feuerwehrsprecher.