Meteor über der Schweiz: Was ist bekannt?

Zu allerbester Fernsehzeit sorgte gestern Abend ein Meteor über der Schweiz für eine Himmelserscheinung. Hier noch einmal die Fakten und ein imposantes Video.

Video «Ein faustdicker Meteor erhellt die Nacht» abspielen

Ein faustdicker Meteor erhellt die Nacht

0:55 min, aus Tagesschau am Mittag vom 16.3.2015

Wann war er zu sehen?

Sonntagabend. 20:44 Uhr. Sichtbar über der Schweiz und Süddeutschland. Dauer: fünf bis sechs Sekunden.

Was ist die wahrscheinlichste Erklärung?

Zu derart sichtbaren Himmelserscheinungen kommt es, wenn Teile von Kometen oder Asteroiden, sogenannte Meteoriden, in die Erdatmosphäre eindringen. Dabei hinterlassen sie ihre Leuchtspuren am Himmel. In der Regel verdampfen Meteore in 70 bis 100 Kilometern Höhe vollständig.

Jener vom Sonntagabend dürfte sich der Erdoberfläche laut Jonas Schenker von der Fachgruppe Meteorastronomie (FMA) bis auf rund 20 Kilometer der Erde genähert haben. Das Himmelsteilchen dürfte beim Eintreten in die Erdatmosphäre etwa faustgross gewesen sein.

Wer hats gesehen?

Laut der Meteorastronomie (FMA) haben sich 15 Augenzeugen gemeldet. In den sozialen Medien wurde das Ereignis wesentlich breiter diskutiert. Auffallend ist allerdings, dass es nur sehr wenige Bilder und Videos von dem Ereignis gibt.

Nah dran war allerdings Martin Tanner aus Oberbüren. «Die ganze Region ist immer heller geworden, bis es am Ende fast ganz taghell gewesen ist», berichtete er SRF 3. Dann habe er nach oben geschaut und gesehen, dass da ein Riesenball quasi vom Himmel herunterkomme.

Noch näher war Fabian Fusina. Der Pilot steuerte gerade seine Maschine von Barcelona nach Zürich, als er den Meteoriten wahrnahm. «Im ersten Moment sind wir erschrocken, als wir das Licht neben uns gesehen haben. Wir dachten, dass sei ein anderes Flugzeug, dass in uns hineinfliegt – weil es einfach so hell war.» Dann habe sich zu seiner Erleichterung das Licht aber schnell Richtung Osten wegbewegt und sei langsam zerbrochen.

Meteorit Tscheljabinsk

Bildlegende: War wesentlich grösser: Bild des Meteoriten in Tscheljabinsk im Februar 2013 Keystone

Wann gab es ähnliches zu sehen?

Zum Vergleich: Der Meteorit, der im Februar 2013 im Gebiet Tscheljabinsk in Russland eingeschlagen war, hatte weltweit ein riesiges Echo erfahren. Ein Grund dafür dürften sicherlich die zahlreich vorhandenen Bewegtbilder des Ereignisses sein.

Auch war der Meteorit wesentlich grösser. Laut Experten soll er beim Eintreten in die Erdatmosphäre einen Durchmesser von 19 Metern gehabt haben.

Wie denn nun: Meteoroid, Meteor oder Meteorit?

Meteoroiden nennt man Objekte, die innerhalb des Sonnensystems die Sonne umkreisen und grösser sind als einzelne Moleküle, jedoch kleiner sind als Asteroiden.

Wenn nun Meteoroiden in die Erdatmosphäre eindringen, dann wird die dabei auftretende Leuchterscheinung Meteor genannt. Sie werden auch «Feuerkugeln» oder «Boliden» genannt. Die Leuchterscheinung entsteht nicht, wie man früher vermutete, durch die Reibung, sondern wird viel mehr von der Ionisation der Luft verursacht.

Ein Meteoroid, der die Erdoberfläche erreicht, wird Meteorit genannt. Dabei unterscheidet man noch einmal – je nach Beschaffenheit – zwischen Steinmeteoriten und Eisenmeteoriten.