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Pharmakonzern in Kritik Milliardenstrafe wegen defekter Hüftimplantate

Der Pharmakonzern Johnson & Johnson muss Schmerzensgeld zahlen. Der Grund: defekte Hüftimplantate.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Pharmakonzern Johnson & Johnson hat in den USA eine Strafe von einer Milliarde Dollar aufgebrummt bekommen – wegen defekter Hüftimplantate.
  • Die Implantate wurden auch in der Schweiz vertrieben.
  • Wie viele Patienten hierzulande betroffen sind, ist unklar.

Die Milliardensumme wurde mehreren Klägern aus Kalifornien zugesprochen. Bei ihnen war nach dem Einsatz der Implantate Gewebe abgestorben, es kam zu Knochenerosion und weiteren Schädigungen. Der Konzern und seine Orthopädie-Tochter hatten jegliches Fehlverhalten bestritten.

Wider besseren Wissens

Das Bundesgericht in Texas sah es nun aber als erwiesen an, dass Johnson & Johnson von den Mängeln der Implantate wusste, aber weder Ärzte noch Patienten ausreichend über die Risiken informiert hatte.

Konkret handelte es sich um ein Produkt namens «Ultamet Metal-on-Metal». Eine Sprecherin von Johnson & Johnson bestätigte der Nachrichtenagentur sda, dass die betroffenen Implantate auch in der Schweiz vertrieben wurden. Wie viele Menschen in der Schweiz ein solches Implantat mit sich herumtragen, ist derzeit noch nicht klar. Insgesamt ist Johnson & Johnson mit mehr als 8000 Klagen konfrontiert.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI (Aetti)
    Bei Implantaten muss immer gerechnet werden, dass der Koerper ablehnt, so verstehe ich eigentlich die Spitaeler und Aerzte nicht, warum sie den Patienten nicht auf diese Moeglichkeit hinweisen und sich Dies per Unterschrift bestaetigen lassen. Sobald Transplantationen oder Implantate "eingebaut" werden, ist das mE obligat, eine Abstossreaktion kann immer erfolgen und bei Implantaten in den Knochen sind dann Erosionen obligat
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  • Kommentar von Susanne Lüscher (Lol)
    Das Thema Implantate sollte man noch eingehender betrachten. Damit meine ich die Lebensdauer und auch die Notwendigkeit. Da käme noch einiges an die Oberfläche!
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    1. Antwort von Franz NANNI (Aetti)
      als Beispiel: wenn die Huefte unertraegliche Schmerzen verursacht.. , (man kann eigentlich jedes Gelenk nennen), dann ist man froh, ein Implantat zu bekommen und dann auch wieder gehen zu koennen, ... aber um DAS zu wissen muss man selber schwerste Schmerzen haben, oder gehabt haben. Die Lebensdauer.. die Implantate haben eigentlich eine unbegrenzte Lebensdauer, aber der Sitz, also Verbindung Material mit dem Knochen kann gestoert werden, dann braucht es Ersatz
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    2. Antwort von Franz NANNI (Aetti)
      Dann kommt noch dazu, der Mensch ist ein Organismus biologischer Art, die Implantate sind iR Metall, Silikon, und mit Ausnahmen kuenstlich gewachsener Knochen (gebraucht bei Zahnimplantaten zB wenn der Kieferknochen sich zurueckgebildet hat .. um dem Implantat einen "Boden" zu geben..)
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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Die hohe Strafe ist gerechtfertigt, weil seit Jahrzehnten bekannt ist, dass die Paarung Metall-Metal schädlichen Abrieb verursacht. Diese Paarung hat in der Schweiz kaum Anwendung gefunden - in Deutschland aber wohl. Die Begründung für die Anwendung von solchen Paarungen war eine neue Oberflächenbehandlungen von Metallen, wobei keine relevanten Studien vorlagen. Die fehlenden Studien und das Wissen um den Abrieb Metall-Metall sind die Hauptbegründungen für die Milliardenstrafe - mE berechtigt.
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    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Das Thema ist nicht ganz so einfach. Die Implantate waren durch die FDA zugelassen und es gab sehr wohl Studien. Jede grössere Implantate-Firma hatte Produkte mit Metall-Metall Gleitpaarungen - teilweise bis heute. Jede Gleitpaarung hat Abrieb mit verschiedenen Risiken/Folgen je nach Partikelgrösse. Auch der "gold-standard" Keramik-Polyaethylen kann zu Knochenverlust und Lockerung der Prothese führen. Klagen gegen Firmen sind wegen der hohen Schaden
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    2. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Klagen gegen Firmen sind wegen der hohen Schadensersatzsummen in den USA an der Tagesordnung. Durch die dadurch ebenfalls hohen Versicherungsprämien werden die Produkte und damit das Gesundheitswesen immer teurer. Ein Teufelskreis, der weder zu besseren Produkten noch einer besseren Medizin führen - im Gegenteil hinken die USA inzwischen in gewissen Bereichen 10 Jahre hintendrein - zum Schaden der Patienten.
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    3. Antwort von Franz NANNI (Aetti)
      Lieber HP, das verstehen eigentlich nur Insider... Gruss, F. und .Lotti Nanni
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    4. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      @HPMüller. Ich hatte nicht geschrieben "keine Studien" sondern, keine relevanten Studien. Selbstverständlich gibt es in den USA ganz andere Zulassungsverfahren als in der Schweiz. Keine moderne Paarung liefert so viel Abrieb, wie Metall-Metall. Die Behauptung, es sei eine neue Oberflächenbehandlung erfunden worden, die diesen Abrieb sehr stark reduziere, wurde nie wirklich ausreichend bewiesen. Die Skepsis unserer Fachärzte stellt sich nun als absolut berechtigt heraus.
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