Erdbeben der Stärke 6,7 Mindestens zwei Tote auf Ferieninsel Kos

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Erdbeben auf Kos

1:05 min, aus Tagesschau am Mittag vom 21.7.2017

  • Auf der Ferieninsel Kos hat um 01.31 Uhr (Ortszeit) die Erde gebebt.
  • Laut den europäischen und amerikanischen Erdbebenwarten hatte das Beben eine Stärke von 6,7 auf der Richterskala.
  • Zwei Feriengäste aus der Türkei und Schweden wurden vermutlich durch eine einstürzende Mauer einer Bar getötet.
  • Rund 120 weitere Menschen wurden in dem belebten Viertel der Stadt Kos verletzt. Darunter mindestens eine Schweizerin.
  • Das Epizentrum des Seebebens lag 10 Kilometer südöstlich der türkischen Stadt Bodrum und 16 Kilometer östlich von Kos – in etwa zwölf Kilometern Tiefe.

Im Inselhauptort Kos sind während des Bebens in der Altstadt Dächer und Burgmauern eingestürzt. Laut dem Gouverneur sind die beiden Todesopfer aus der Türkei und Schweden von einstürzenden Wandteilen in einer Bar getroffen worden. Die Todesopfer waren laut SDA 39 und 27 Jahre alt.

«  Wir haben zwei Tote. »

Dimitris Giannaris
Chef der Feuerwehr von Kos

Zum Zeitpunkt des Bebens waren die Bars am Hauptplatz in dem belebten Viertel voller Menschen.

Bildlegende:Der Kartenausschnitt zeigt die Ferieninsel Kos in der Ägäis. Nördlich davon liegt der türkische Ort Bordrum, in dessen Nähe das Epizentrum lag. srf

Auch Schweizerin verletzt

Das Spital von Kos hat laut dessen Leiter zunächst mehr als 100 Menschen aufgenommen. 78 Menschen seien nach der Behandlung nach Hause geschickt worden. Die anderen hätten leichte Verletzungen und blieben zur Beobachtung im Spital. Fünf Schwerverletzte wurden laut Angaben von Diplomaten in ein Spital in Heraklion auf Kreta gebracht.

Unter den leicht Verletzten ist auch eine Schweizerin. Dies bestätigte das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA).

Momentan befinden sich 379 Reisegäste von Hotelplan auf Kos und sechs im türkischen Bodrum. Tui Schweiz spricht von 671 Kunden in der Region, die alle wohlauf seien, Kuoni von einer dreistelligen Zahl an Reisegästen, niemand von ihnen schwer verletzt.

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Augenzeugenbilder aus Kos

0:31 min, vom 21.7.2017

Tsunami überschwemmt Hafenviertel

Nach dem Seebeben ist der Yachthafen von einer kleinen Tsunami-Welle getroffen worden. Das Hafenviertel wurde überschwemmt. Die Quaimauer hat tiefe Risse.

Die Sachschäden auf Kos seien enorm, zitiert die Nachrichtenagentur ANA den Bürgermeister von Kos, Giorgios Kyritsis. Der Hafen von Kos ist derzeit geschlossen. Auch der Fährverkehr nach Kos ist vorübergehend eingestellt.

Aus Athen sind Rettungsmannschaften mit zwei Helikoptern und einem Flugzeug nach Kos geschickt worden. In der Region leben rund eine Million Menschen, in der die Erschütterungen zu spüren waren.

Auf der griechischen Insel Rhodos war das Erdbeben ebenfalls zu spüren. Laut der dortigen Polizei gab es aber keine Opfer oder grössere Schäden. Die Erdbebenwarte in der griechischen Hauptstadt Athen gab die Stärke des Bebens mit 6 an.

Verletzte auch in der Türkei

In der türkischen Stadt Bodrum haben sich ebenfalls rund 80 Personen leichte Verletzungen zugezogen. Laut einem Fernsehsender haben sich die meisten von ihnen bei Sprüngen aus Fenstern und von Balkonen verletzt. Sie wurden aus Sicherheitsgründen im Garten des Spitals versorgt. Am Spitalgebäude sind durch das Beben Schäden an der Decke entstanden.

Karte mit Erdbebenregionen nach Risiko in Europa