Mit Sichtschutzwänden gegen Unfall-Gaffer

Weil Rettungskräfte oft über Probleme mit Gaffern klagen, führt jetzt Nordrhein-Westfalen als erstes deutsches Bundesland mobile Sichtschutzwände gegen Schaulustige ein – zumindest nach Unfällen auf Autobahnen.

Behörden riegeln Unvallstelle ab

Bildlegende: In Nordrhein-Westfalen werden Handyfilme bei Unfällen künftig durch Wände verunmöglicht. ZVG

Fast eine halbe Million Euro hat Nordrhein-Westfalen in insgesamt zwölf Sichtschutzsysteme investiert. Gaffern drohen mindestens 60 Euro Bussgeld. Dies wurde eingeführt, da die Polizei negative Erfahrungen gemacht hatte.

Gerade heute wurde in Deutschland über einen Vorfall mit Schaulustigen diskutiert: Rund 150 Gaffer machten nach einem schweren Verkehrsunfall in Kiel Fotos und Videos. Der schnelle Abtransport der Verletzten ins Krankenhaus sei dadurch behindert worden, schreibt die Polizei. An einer Kreuzung waren zwei Autos zusammengestossen. Ein 17-Jähriger wurde dabei schwer, sein Begleiter und die beiden Menschen im anderen Wagen leicht verletzt.

In der Schweiz gibt es auf Bundesebene keine verbindliche Regelung zum Umgang mit der Gaffer-Problematik. Viele Polizeikorps besitzen jedoch Zelte als Sichtschutz bei Todesfällen.