Nach Lawine nicht geholfen: Anzeige in Österreich

Der Fall schockierte Alpinisten: Ein Tourengeher soll sich in den Tiroler Alpen geweigert haben, bei der Suche nach einem Lawinen-Verschütteten zu helfen. Das Opfer starb später.

Rettungskräfte nach einem Lawinenabgang.

Bildlegende: Ortung nach Lawinenabgang. Die Weigerung bei der Suche nach einem Opfer zu helfen, könnte einen Bayern hinter österreichische Gitter bringen. Reuters/archiv

Nach tagelanger Fahndung hat sich jetzt ein 40jähriger Bayer selbst gestellt, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtet.

Die Polizei vernahm den Deutschen. Er soll bei der Staatsanwaltschaft wegen unterlassener Hilfeleistung angezeigt werden. Im Falle einer Verurteilung drohe ihm eine Haftstrafe von bis zu einem Jahr.

Freund des Bayern hatte geholfen

Bei dem Lawinenunglück auf dem rund 3000 Meter hohen Zischgeles war am Samstag vergangener Woche ein 38jähriger Steirer unter den Schneemassen verschüttet worden. Ein Freund des nunmehr von den Ermittlern verhörten Bayern, der seine Skitour unbeirrt fortgesetzt hatte, beteiligte sich hingegen an der Rettungsaktion. 

Der Verschüttete konnte erst nach längerer Zeit geortet und ausgegraben werden. Er starb einen Tag später in der Innsbrucker Uni-Klinik an seinen schweren Verletzungen.

Unterlassene Hilfeleistung