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Neben Metro und Kanalisation Londoner Bio-Gemüse aus dem Untergrund

Urbane Bauern entdecken das Potenzial der Millionenstadt neu. Sie sähen und ernten mittendrin und sogar darunter.

Legende: Video «Die Idee»: Urban Farming im grossen Stil abspielen. Laufzeit 03:44 Minuten.
Aus 10vor10 vom 10.11.2017.

In einem Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg liegt die Zukunft im Gemüsebau. 33 Meter unter Londons Strassen spriessen Kräuter, Sprossen und Mikro-Gemüse. Das Kultivieren der Pflanzen in diesen Gefilden sei einfacher als auf dem Lande, sagt der Gründer von «Underground Farming», Steven Dring: «Wir haben mehr Kontrolle während des Wachstums, denn wir können die Feuchtigkeit und die Temperatur regulieren.»

Es ist einfacher hier anzubauen, als auf dem Land
Autor: Steven DringUnderground Farmer
Messgerät in einer Untergrundfarm mit pinkem Licht
Legende: Die genaue Regulierung von Temparatur und Feuchtigkeit macht das Kultivieren der Pflanzen einfacher. Getty Images

Es sei keine grosse Herausforderung abgesehen davon, dass sie eine ganze Farm in Londons Untergrund aufgebaut hätten.

Produktion insgesamt billiger

Was nach künstlicher Labor-Umgebung aussieht, ist umweltfreundlicher Anbau. Es braucht keine Pestizide und die LED-Beleuchtung wird mit erneuerbarem Strom versorgt. Der Energieverbrauch insgesamt ist tiefer als bei üblichem Gemüse von ausserhalb der Stadt, weil die Transportwege viel kürzer sind.

Das macht die abgepackten Sprossen und Kräuter auch bezahlbar. Für umgerechnet rund drei Franken sind sie auch in den Regalen der Supermarkt-Kette «Marcs and Spencer» zu finden.

Bio-Gemüse aus pinker Disco-Atmosphäre

In London ist eine solche Untergrund-Farm längst kein Einzelprojekt mehr. Urban Farming, zu Deutsch städtische Landwirtschaft, ist eine Bewegung, die sich überall findet. Neben Strassenbrücken, in alten Produktionsgebäuden und in auch im «Vertical Future», eine Untergrund-Farm mit pinker Disco-Beleuchtung.

Das Wachstum der Städte birgt Herausforderungen für die Nahrungsmittelproduktion.
Autor: Jamie BurrowsGründer Vertical Future

«Eine Antwort ist das ganze näher in die Städte zu bringen», erklärt Jungunternehmer und Gründer von «Vertical Future» Jamie Burrows die Bewegung.

Restaurants reissen sich um die Produkte

Bei Burrows gedeihen Bohnen, Basilikum und Mini-Brokkoli erst seit Kurzem. Doch bei den Restaurants finden sie bereits reissenden Absatz. Der Initiant will weitere urbane Felder finden und andere Städter zur Produktion animieren.

Einfache Projekte könnten auf Dächern umgesetzt werden, ist Visionär Jamie Burrows überzeugt. «Kleine Glashäuser könnte man dort aufbauen. Geschlossene Anlagen wie unsere funktionieren in alten Gebäuden oder Kellern.» Dafür könnten auch ungenutzte Bürogebäude umfunktioniert werden. Das Potenzial der Londoner Landwirtschaft ist noch lange nicht ausgeschöpft.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Lukas Dubs (L. Dubs)
    Ich finde die Idee ja grundsätzlich gut, aber vielleicht sollte diese Art von produziertem Gemüse eine andere Bezeichnung erhalten. Denn Bio-Gemüse ohne Sonnenlicht finde ich nicht unbedingt eine korrekte Bezeichnung.
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Es gibt nur eine Zukunft ohne die enorme, vielfältige, chemische "Vergiftung" weltweit von Natur, Tier und damit den Menschen, als letztem Glied in der Nahrungskette - STOP der Chemie "en masse" weltweit und in der Schweiz, wessen LW - beschämenderweise - "weltweit Nr.1" ist, im "Chemie-Verbrauch"!! Von wegen "Ernährungs-Sicherheit" für das Schweizer Volk, welche diese LW und die viel zu vielen, teuren, unfähigen Verantwortlichen von: BAG, BLW, BLV, Politik "dafür auch noch entlöhnen"!!
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