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Oprah Winfrey Talkmasterin als nächste US-Präsidentin?

Millionen kennen ihr Gesicht und das nötige Kleingeld hat sie auch. Aber reicht Moderatorin Oprah Winfrey das, um eine Kandidatur als US-Präsidentin zu starten? Gute Karten hätte sie.

Oprah Winfrey bei den Globes.
Legende: Nach ihrer flammenden Rede bei den Golden Globes fordern viele Amerikaner, dass Oprah Winfrey US-Präsidentin wird. Reuters

Eine milliardenschwere Talkmasterin und Entertainerin steigt mit null politischer Vorerfahrung ins Rennen ums Weisse Haus ein – und gewinnt. Gut ein Jahr nach Donald Trumps Wahlsieg weiss man: Alles ist möglich.

Und so überschlugen sich nach Oprah Winfreys flammender Rede bei der Golden-Globe-Gala am Sonntag denn auch die lobenden Kommentare. Selbst die Tochter von Amtsinhaber Donald Trump schwärmt. «Habe eben Oprahs starke und inspirierende Rede bei den Golden Globes gesehen», twitterte Ivanka Trump (36) am Dienstag. «Lasst uns alle zusammenkommen, Frauen und Männer, und sagen: Die Zeit ist um.»

Die Rede drehte sich um die Bewegung #MeToo, aber auch um Bürgerrechte, um Diskriminierung und Rassismus. Ihre Minuten am Pult wurden zu einer Predigt vor Millionen.

Aber könnte Winfrey, dank ihrer jahrzehntelangen TV-Karriere so etwas wie die Seele der Nation, Trump bei den Wahlen im Jahr 2020 die Stirn bieten? Könnte sie nicht nur die erste weibliche US-Präsidentin werden, sondern dazu auch die erste afroamerikanische?

«Sie würde es absolut machen»

Winfreys hoher Bekanntheitsgrad und ihr Vermögen von geschätzt 2,8 Milliarden Dollar wären keine schlechte Ausgangslage. Aber könnte sie auch die nötigen Geldgeber hinter sich versammeln und ein politisches Programm entwerfen?

Das Zeug dazu hätte die 63-Jährige. Aber die eigentliche Frage lautet: Will sie es überhaupt? Denn warum sollte sie sich mit einer Gesundheitsreform oder dem Nahost-Friedensprozess herumschlagen? Eine Frau, die Popstar Pharrell Williams vor Glück zum Weinen brachte?

Unmittelbar nach ihrer Golden-Globes-Rede stritt sie laut der Finanznachrichtenagentur Bloomberg ab, über eine Kandidatur nachzudenken. Ihr Partner Stedman Graham erklärte dagegen: «Sie würde es absolut machen.» Zumindest den Einschaltquoten ihrer «Oprah Winfrey Show» dürfte das nicht schaden.

20 Kommentare

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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Oprah Winfrey hätte wahrscheinlich in ihrem kleinen Finger mehr Staatsfrauliche Führungsqualitäten als so mancher selbstgefälliger Oldandoddfellow, der nur Kraft, einer Männerquote, die gang und gäbe ist - so manche Ämter inne hat, wofür er weder politisch noch fachlich qualifiziert ist.
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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Bemerkenswert ist doch, dass was jemanden politischen ausmachen kann, darauf wird hier gar nicht eingegangen. Wäre doch angebracht zu erwähnen auf wen sich diese Frau bezogen hat? Auf Rosa Parks auf Recy Taylor. Diese Frau hat wichtige Statements gemacht. Hat sich auch ganz klar gegen eine White-Male-Supremacy positioniert, und da können Afroamerikanerinnen und -europäerinnen wohl ein Lied singen, hat sich also klar positioniert. Das braucht gerade heute Chuzpe.
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  • Kommentar von Manuela Fitzi (Mano)
    Tolle Frau, die allerdings in de Gefühlswelt zu Hause ist. Als Präsident muss man knallhart oder smart sein - aber gefasst und sachlich. Obama wird im Nachhinein auch kritisiert, dass er intellektuell herausragend war, doch das Amt mit einer durchzogener Bilanz verliess. Oprah und Michelle würden der US-Realpolitik sicherlich gut tun, doch nicht in der Präsidentenrolle. Oprah als z.B. Kulturverantwortliche, Michelle als Bildungsministerin. Beide Frauen, schwarz, würden viel ausrichten können.
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    1. Antwort von antigone kunz (antigonekunz)
      Hatten die USA in den letzten 50 Jahren Präsidenten, die keine 'durchzogener Bilanz' vorzuweisen hatten?
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