Philae will weiter schlafen

Es ist einfach noch zu kalt. Seit dem 12. November 2014 verharrt der Kometenlander Philae in kaltem Winterschlaf. Ein erstes Wecksignal hat keinen Erfolg gebracht. Nun soll im April der Versuch wiederholt werden. Dann ist es auch wärmer.

Modell von Philae

Bildlegende: Philae ist der erste von Menschen gebaute Apparat, der auf einem Kometen weich landete. Keystone

Das Team im Lander-Kontrollzentrum des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat die Kommunikationseinheit der Raumsonde Rosettat ausgeschaltet. Man hat im DLR feststellen müssen, dass es derzeit einfach noch zu kalt ist für den Landeroboter Philae. Diesem Entscheid vorausgegangen ist eine Kontaktaufnahme am 12. März. Philae reagierte allerdings nicht auf die Signale des Orbiters, der um ihn herumkreist.

Der Apparat befindet sich auf dem Kometen Churyumov-Gerasimenko und braucht zum Aufwachen eine Betriebstemperatur von über minus 45 Grad Celsius. Erst dann schaltet er sich automatisch wieder an. Ausserdem benötigt er insgesamt 19 Watt Energie für das Auffahren seiner Systeme.

Aber in der ersten Aprilhälfte soll es voraussichtlich klappen. Das DLR-Team hofft für diese Zeitspanne eine gute Konstellation zwischen Orbiter und Lander.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • «Philae»-Aus: Wissenschaft und Emotionen

    Aus Einstein vom 20.11.2014

    Es war eine Achterbahn der Gefühle für die Forscher: Zwei Tage nach der Landung auf dem Kometen «Tschury» musste der Lander aus Energiegründen am Freitagabend in den Schlaf versetzt werden. Doch vorher haben die Experten am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt fieberhaft versucht, noch möglichst viele Daten herauszuholen. Und sie hoffen nun, dass sich «Philae» wieder auflädt, wenn der Komet näher zur Sonne kommt. «Einstein» zeigt exklusiv diese letzten, dramatischen Stunden im Kontrollzentrum.

  • Philaes letzte Atemzüge

    Aus Tagesschau vom 20.11.2014

    Philae, der kühlschrankgrosse Lander, auf dem Kometen Tschuri, hat bis zur letzten Sekunde gearbeitet, Daten gesammelt und per Rosetta auf die Erde übermittelt. Das alles, bis die Batterie leer war. Die letzten Atemzüge von Philae waren dramatisch, ein SRF-Team war exklusiv dabei.