Physik-Nobelpreis für drei Briten

Der diesjährige Physik-Nobelpreis geht an David Thouless, Duncan Haldane and Michael Kosterlitz. Das Komitee würdigte ihre Nutzung von «fortschrittlichen mathematischen Methoden, um ungewöhnliche Phasen oder Zustände von Materie zu untersuchen».

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Nobelpreis für Beschreibung ungewöhnlicher Materie

1:47 min, aus Tagesschau vom 4.10.2016

Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr an die gebürtigen Briten David Thouless, Duncan Haldane und Michael Kosterlitz für theoretische Arbeiten zum Zustand von Materie. Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm mit. Die höchste Auszeichnung für Physiker ist mit umgerechnet etwa 900'000 Franken dotiert. Eine Hälfte erhält Thouless, die andere erhalten Haldane und Kosterlitz.

«Die Geehrten haben eine Tür zu einer unbekannten Welt geöffnet, in der Materie seltsame Zustände annehmen kann. Sie haben fortschrittliche mathematische Methoden benutzt, um ungewöhnliche Phasen oder Zustände von Materie zu untersuchen, beispielsweise Superkonduktoren, Superfluide oder dünne magnetische Schichten», hiess es von der Akademie. «Dank ihrer Pionierarbeit ist die Jagd auf neue und exotische Zustände von Materie eröffnet.»

Frauen nur zweimal Preisträger

Illustrierte Gesichter der Die Preisträger (v.l.n.r.): David Thouless, Duncan Haldane und John Kosterlitz.

Bildlegende: Die Preisträger (v.l.n.r.): David Thouless, Duncan Haldane und John Kosterlitz. nobelprice

Seit 1901 haben 200 Forscher den Physiknobelpreis erhalten, der US-Amerikaner John Bardeen sogar zweifach. Die erste Auszeichnung erhielt der deutsche Physiker Wilhelm Conrad Röntgen für die Entdeckung der später nach ihm benannten Strahlen.

Der jüngste Preisträger war der damals 25-jährige Lawrence Bragg der Preis 2015 zusammen mit seinem Vater erhielt. Der älteste war mit 88 Jahren der US-Forscher Raymond Davis, der unter anderem kosmische Neutrinos nachgewiesen. Der Preis ging nur an zwei Frauen: Marie Curie und zuletzt 1963 an die deutsch-amerikanerische Forscherin Maria Goeppert Mayer für Arbeiten zur Atomstruktur.

Überreichung der Auszeichnungen im Dezember

Am Montag war der Japaner Yoshinori Ohsumi (71) als diesjähriger Medizin-Nobelpreisträger gekürt worden. Er hatte das lebenswichtige Recycling-System in Körperzellen entschlüsselt. Die feierliche Überreichung der Auszeichnungen findet traditionsgemäss am 10. Dezember statt, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel.