Picasso-Gemälde illegal auf dem Weg in die Schweiz

Ein von Spanien als nationales Kulturgut eingestuftes Gemälde des Malers Pablo Picasso im Wert von geschätzt 25 Millionen Euro ist vom französischen Zoll auf der Mittelmeerinsel Korsika beschlagnahmt worden. Das Bild namens «Tête de jeune fille» war auf dem Weg in die Schweiz.

Eine Luftansicht des Hafens von Calvi

Bildlegende: Im Hafen von Calvi auf einer Yacht wurde das Gemälde entdeckt. Wikimedia

Das Bild von Picasso namens «Tête de jeune fille» sollte laut Behörden von Spanien in die Schweiz exportiert werden. Die genaue Destination blieb vorderhand unklar. Jedenfalls erregte es am Donnerstag die Aufmerksamkeit des Zolls. Am Freitag seien Zöllner dann auf Schiff gegangen und hätten das Gemälde beschlagnahmt. Das alles passierte im Yachthafen der korsischen Stadt Calvi.

Bild hätte Spanien nicht verlassen dürfen

Der Kapitän des Schiffs hatte den Angaben zufolge zwei Papiere zu dem Bild bei sich. Bei einem habe es sich um einen spanischen Gerichtsbeschluss von diesem Jahr gehandelt, aus dem hervorgehe, dass das Gemälde nicht ausser Landes hätte gebracht werden dürfen. Das Bild befindet sich demnach im Besitz des bekannten spanischen Bankers Jaime Botin, einem früheren Vizechef der Bank Santander, der sich aber selbst nicht auf dem Schiff befunden habe.

Auch der Exportantrag für das Gemälde sei nicht namentlich von dem 79-jährigen Botin gestellt worden, hiess es. Das Schiff gehöre der Bank und fahre unter britischer Flagge. Bereits im Jahr 2012 war ein Antrag auf den Export des Bilds nach Grossbritannien gestellt worden, den die spanische Regierung abwies.

Zuletzt stufte ein Gericht das Gemälde als Werk von nationalem «kulturellen Interesse» ein. Die französischen Behörden warten nach eigenen Angaben nun auf eine Reaktion aus Spanien.