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Temperatursturz und Schnee: So kalt wird es am Weekend
Aus Meteo vom 25.09.2020.
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Plötzlicher Wintereinbruch Meteorologe: «In den Bergen kann es einen Meter Schnee geben»

Es ist noch nicht lange her, seit in der Schweiz ein schöner Spätsommer genossen werden konnte – teils haben sogar die Badis die Saison bis weit in den September hinein verlängert. Doch nun ist Schluss: Ein kräftiges Tiefdruckgebiet bringt Huddelwetter und am Wochenende sogar Schnee, vor allem in den Bergen. Laut Ivo Sonderegger von SRF-Meteo ist das ungewohnt früh.

Ivo Sonderegger

Ivo Sonderegger

Meteorologe SRF

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Ivo Sonderegger studierte Physik an der ETH Zürich mit der Vertiefung Atmosphärenphysik. Nach mehrjähriger Tätigkeit als Meteorologe für diverse Schweizer Privatradios und Zeitungen begann er 2014 bei SRF Meteo als Prognostiker.

SRF News: Das Wetter hat abrupt umgeschlagen – es erwartet uns ein trübes und kaltes Wochenende. Was ist zu erwarten, liegt sogar Schnee bis in tiefe Lagen drin?

Ivo Sonderegger: Nein, von dem sind wir noch Einiges entfernt, dass es auch im Flachland Schnee gibt. In tiefen Lagen wird insbesondere morgen Samstag einfach ein kalter Tag mit vielen Wolken, an dem es häufig, aber nicht immer regnet. Aber in der Höhe ab 1000 bis 1500 Metern über Meer gibt es auch Gebiete, in denen es recht viel Schnee geben kann, vor allem am Alpennordhang. Ganz vereinzelt kann es auch Schneeflocken bis 700 Meter über Meer hinab geben, aber das sind Ausnahmen.

Es wird also einigen Niederschlag geben – Regen und Schnee. Werden die Mengen ein Problem darstellen?

Nein, es gibt vor allem in den Bergen viel Niederschlag. Auf Berggipfeln kann es auch mal einen Meter Schnee geben, es ist aber an den meisten Orten in den Bergen mit 20 bis 50 Zentimetern Neuschnee zu rechnen. Der Regen im Flachland dürfte nicht problematisch werden, es gibt auch Orte, wo es immer wieder trockene Abschnitte gibt. In anderen Regionen dürfte dies jedoch kaum der Fall sein, im Fricktal zum Beispiel dürfte der Regen recht konstant anhalten.

Ganz vereinzelt kann es auch Schneeflocken bis 700 Meter über Meer hinab geben, aber das sind Ausnahmen.

Noch vor kurzem haben wir den Sommer in kurzen Hosen und T-Shirt geniessen können, nun ist also Schluss: Ist der abrupte «Wintereinbruch» für Ende September ungewöhnlich?

So frühen Schneefall bis 1000 Meter über Meer herunter sieht man sicher nicht jedes Jahr. Er ist aber auch nichts Aussergewöhnliches. Was dieses Jahr eher speziell war, ist, dass es noch so lange so warm war.

Schicken Sie uns Ihre Schneebilder

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Geriesel beobachtet? Oder schneit und stöbert es schon bei Ihnen? Wenn Sie Bilder zum Wintereinbruch haben, schicken Sie sie uns an SRF Augenzeuge.

Welche Wetterlage ist denn nun dafür verantwortlich, dass man dieses Wochenende besser drinnen verbringt?

Es ist ein Tief-Komplex mit zwei Kernen, das Tief «Youngme» einerseits und das Tief «Xyla» andererseits. Diese bleiben nun auch ein paar Tage und bringen so kühle Luft von Norden her. Im Tessin übrigens herrscht deswegen starker Nordföhn. Die beiden Tiefdruckgebiete erschweren uns Meteorologen auch ein bisschen den Ausblick auf die nächsten Tage – es kann sein, dass der Sonntag überall trüb mit Regen wird, es gibt aber auch die Möglichkeit, dass gerade im Osten auch hie und da bereits die Sonne wieder hervorkommt.

Geschlossene Alpenpässe und Autounfälle

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Im Kanton Graubünden sorgt der Wintereinbruch für geschlossene Alpenpässe und schneebedeckte Strassen. Auf mehreren Strecken sind Schneeketten obligatorisch. Der San Bernardino-Pass oder auch der Flüelapass sind geschlossen.
Die winterlichen Strassenverhältnisse halten die Bündner Polizei auf Trab. «Obwohl der Wetterumbruch angekündigt worden ist, sind viele Autofahrerinnen und Autofahrer mit Sommerreifen unterwegs», sagt Markus Walser von der Kantonspolizei Graubünden.
Man habe zahlreiche Unfälle mit Blechschäden registriert, so Walser weiter.
Gross ist zur Zeit der Andrang am Autoverlad Vereina. Besonders vom Engadin ins Prättigau ist Geduld gefragt. Wie die Rhätische Bahn mitteilt, ist in Sagliains mit Wartezeiten bis zu drei Stunden zu rechnen. In die Gegenrichtung muss mit einer Stunde gerechnet werden.

Das heisst auch: Die Hoffnung auf einen goldenen Herbst müssen wir nicht aufgeben?

Nein, überhaupt nicht. Es kann sogar sein, dass sich die Sonne bereits nächste Woche wieder grösstenteils durchsetzt. Das hängt aber davon ab, wie sich die Tiefdruckgebiete in den nächsten Tag verhalten. Mich würde es sehr überraschen, wenn sich dann im Oktober nicht wieder ein Hoch festsetzen würde, dass uns dann auch wieder einen goldenen Herbst beschert.

Das Gespräch führte Matthias Schmid.

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Winter und Sommer liegen nur 100 km auseinander.
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SRF Meteo, 25.09.2020, 12:55 Uhr;

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