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Panorama Polen prüft Auslieferung von Polanski erneut

Das Tauziehen um eine mögliche Auslieferung Roman Polanskis an die USA geht weiter. Nun greift der polnische Justizminister ein. Er will vor das Oberste Gericht ziehen, ein Urteil der vorangegangenen Instanz anfechten und Polanski ausliefern.

Roman Polanski
Legende: 2001 drehte Polanski erstmals wieder in seiner Heimat Polen. Wenige Jahre später zog er ganz nach Krakau. Keystone

Touristen loben an Polen immer wieder die Gastfreundschaft. Davon kann im Falle Roman Polanksis allerdings keine Rede sein. Denn das Auslieferungsverfahren gegen den Regisseur an die USA soll wieder aufgerollt werden.

Der polnische Justizminister Zbigniew Ziobro plant einen Einspruch gegen die Entscheidung eines Krakauer Gerichts, Polanski nicht an die USA auszuliefern.

«Ich habe mich entschlossen, Einspruch beim Obersten Gericht einzulegen», sagte Ziobro im polnischen Rundfunk. Der Minister ist zugleich Generalstaatsanwalt in Polen.

«Vor Gesetz sind alle gleich»

Die US-Justizbehörden ermitteln gegen den 82-jährigen Polanski («Carnage», «The Ghost Writer») wegen eines Sexualverbrechens vor mehr als 30 Jahren. Polanski hatte zugegeben, Sex mit einer Minderjährigen gehabt zu haben, den Vorwurf einer Vergewaltigung aber zurückgewiesen.

Es dürfe keinen milderen Umgang mit Polanski geben, nur weil er prominent sei, sagte Ziobro über den polnisch-französischen Regisseur. «Vor dem Gesetz sind alle gleich.» Zudem werde Polanski eines «abscheulichen Verbrechens gegen ein Kind» beschuldigt.

Zweiter Wohnsitz in Polen

Das Krakauer Gericht hatte seine Entscheidung, ihn nicht auszuliefern, auch mit Zweifeln an einem fairen Prozess in Los Angeles begründet. Polanski besitzt die polnische und die französische Staatsbürgerschaft.

Der Oscar-Preisträger, der als Kind in Krakau den Holocaust überlebte, hat seit mehreren Jahren einen Wohnsitz in der südpolnischen Stadt.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Albert Planta (Plal)
    Es liegt auf der Hand, dass Leute wie der Polanski nicht mehr in das "neue" rechtsnationale Polen passen.
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  • Kommentar von Bruno Hochuli (Bruno Hochuli)
    Wieviel bezahlt die USA ,damit der Deal ausgeführt werden kann und Polen Herr Polanski ausliefert? Da möchte einer Reich werden oder sich sonst positionieren. Ein Trauerspiel ohne Grenzen.
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  • Kommentar von Lutz Bernhardt (lb)
    Lange war es üblich, dass alle Straftaten nach 20 Jahren verjähren. Es ist das "Verdienst" von Konrad Adenauer, dass sich dies geändert hat. Um Deutschland so schnell wie möglich wieder aufzubauen, wollte er damals alle vergangenheits-orientierten Schuldzuweisungen ignorieren. Die Blossstellung von Nazi-Verbrechern in der Bundesregierung durch die DDR hat hier kräftig aufgemischt. Eine der Folgen: Verjährungsfristen von 30 und mehr Jahren. Die nun auch wieder rückprojeziert werden. Bescheuert!
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