Putin exhumiert den «Helden der Arbeit»

Revival für eine kommunistische Erfindung: Nach 20 Jahren erteilt der russische Präsident einer Person den Orden «Held der Arbeit». Wer ausgezeichnet wird, hat für die «Sicherung des russischen Wohlstands» gesorgt.

Video «Putins Ordensverleihung» abspielen

Putins Ordensverleihung

0:23 min, vom 1.5.2013

Der Titel «Held der Arbeit» ist eine Erfindung der Kommunisten unter Sowjetdiktator Josef Stalin. Auch in der DDR erhielten besonders verdiente Werktätige des Volkes einst die staatliche Auszeichnung.

Der nun von Kremlchef Putin erstmals seit mehr als 20 Jahren wieder vergebene Staatsorden würdigt laut Präsidentenerlass «besondere Arbeitsleistungen vor dem Staat und dem Volk», die auf «Sicherung von Russlands Wohlstand und Gedeihen» gerichtet sind. Er ist die höchste Staatsauszeichnung nach dem Titel «Held Russlands».

16 «Superhelden»

Nach der ersten Vergabe in der Sowjetunion 1928 hiess die Auszeichnung von 1938 an «Held der sozialistischen Arbeit». 1991 erhielt die Opernsängerin Bibigul Tulegenowa aus Kasachstan als Letzte den Titel.

Person mit russischen Orden.

Bildlegende: In Russland gehörten und gehören Orden zum Prestige. Keystone

Bis zum Zusammenbruch des Kommunismus bekamen mehr als 20'000 Menschen die Auszeichnung, einige wenige sogar drei Mal.

Zu diesen 16 «Superhelden» gehörte auch der Akademiker und Friedensnobelpreisträger Andrej Sacharow. Als der Regimegegner in Ungnade fiel, entzog ihm der Kreml die Ehrentitel zur Strafe.

Fünf Personen geehrt

Putin zeichnet 5 Menschen aus. Prominentester davon ist der Dirigent Valery Gergiev. Er leitet das Marinsky-Theater in St. Petersburg und wird 2015 Chef der Münchner Philharmoniker. Gergiev ist ein enger Freund Putins. Weiter werden ein Arzt, drei Minen-Arbeiter, und je ein Arbeiter aus der Landwirtschaft und der Metallverarbeitung ausgezeichnet.