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Panorama «Raff dich auf und warte nicht auf den Storch!»

Mit einer Werbekampagne gegen die sinkende Geburtenrate hat die italienische Gesundheitsministerin zahlreiche Frauen gegen sich aufgebracht. Das löst bei den Angesprochenen einen Sturm der Entrüstung aus.

Legende: Video «Mamma mia!» abspielen. Laufzeit 1:40 Minuten.
Aus Tagesschau vom 22.09.2016.

Was tun, wenn die Geburtenrate chronisch tief ist? Die italienische Gesundheits-ministerin Beatrice Lorenzin will mit einer Kampagne Gegensteuer geben und hat den heutigen Tag zum zum nationalen «Fruchtbarkeitstag» ausgerufen. Doch statt Gebärfreude löste die Ministerin mit ihrer Kampagne einen Sturm der Entrüstung aus.

«Die Schönheit hat kein Alter, die Fruchtbarkeit schon!» Noch ein Slogan der heiklen Kampagne.
Legende: «Die Schönheit hat kein Alter, die Fruchtbarkeit schon!» Noch ein Slogan der heiklen Kampagne. SRF

Slogans wie «Die Schönheit hat kein Alter, die Fruchtbarkeit schon» oder «Raff dich auf und warte nicht auf den Storch» empfinden viele Frauen als sexistisch. Auch die Autorin einer feministischen Zeitschrift.

Gibt es die Frau nur als Mutter?

Tiziana Bartolini, Chefredaktorin der Frauenzeitschrift Noi Donne: «Man spricht schon wieder von der Frau als Mutter. Es ist die einzige Rolle, die man Frauen zuschreibt. Doch Italiens Frauen haben gezeigt, dass sie viel mehr können und auch leisten wollen im Leben.»

Die Kampagne erinnere gar an die Glorifizierung der Mutterschaft unter den Faschisten monieren andere Kritiker. Und sie nehme keine Rücksicht auf die aktuelle Situation der Italienerinnen.

Eine wirtschaftliche Anmassung

Eine italienische Bürgerin quittiert die Kampagne, nach ihrer persönlichen Meinung befragt, mit einem Kopfschütteln. «Unsere historische und ökonomische Situation ist nicht geeignet, um Kinder nach den Vorstellungen der Regierung zu kriegen.»

Italiens Gesundheitsministerin Beatrice Lorenzin hat die umstrittene Broschüre nun zurückgezogen. Am Fruchtbarkeitstag von heute hält sie aber fest.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Künzi (Unbestimmt)
    Die Weltbevölkerung wird wachsen mit oder ohne Italiener. Und zwar mit 2,4 Fruchtbarkeitsrate im Weltsurchschnitt. Am stärksten im Nachbarkontinent Afrika. Wenn die Europäer dem etwas dagegen halten wollen dann vielleicht nur in Form einer auf die Neuzeit angepasste Familienpolitik. Wenn wir also etwas,gegen die Einschlitzdoster-Gesellschaft machen wollen dann müsste man das Kinderkriegen irgendwie belohnen. Aber in der heutigen Stadtgesellschaft stören Kinderwagen im Treppenhaus.
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  • Kommentar von Philipp Etter (Philipp Etter)
    Auch die sympathische Feministin im Filmbeitrag ist wahrscheinlich von einer Frau ausgetragen worden... Die italienische Frau würde sich aber nicht auf die Mutterrolle reduzieren lassen. (Was auch nirgendwo gefordert wird!) Ja, wunderbar, aber wenn alle so denken, gibt's in 100 Jahren gar keine italienischen Frauen mehr, auch keine italienischen Feministinnen. Ich fände das bedauerlich, obwohl ich auf verbohrte dogmatische Feministinnen gerne verzichte.
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  • Kommentar von Margot Helmers (Margot Helmers)
    Man kann eine Frau sicher nicht auf eine Mutterrolle reduzieren, aber es ist halt so das Frauen die Kinder bekommen. Von 1970 bis 1995 sackte die Fertilitätsrate von 2,43 Kindern je Frau auf 1,19 ab. Seither ist die Zahl zwar wieder etwas gestiegen und hat sich bei knapp 1,4 stabilisiert. NB, ist in der Schweiz genauso. Zum erhalt der Gesellschaft wären 2,1 Kinder nötig. Rein rechnerisch ist klar das wir so aussterben. Kein problem, wir werden ersetzt und in 80 Jahren gibt Moscheen statt Kirchen
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    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Das ist der Lauf der Zeit. Früher kamen Deutsche in die Schweiz, heute sind es Leute von anderswo.
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