Rekord-Schnee im Süden

Südlich der Alpen schneit es wie seit Jahrzehnten nicht mehr. In Serbien rücken Panzer aus, um eingeschneiten Autofahrern zu helfen. In Österreich geht vielerorts nichts mehr. Ein 39-Jähriger wurde von einer Lawine in den Tod gerissen.

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Österreich versinkt im Schnee

0:15 min, vom 1.2.2014

Österreich stöhnt weiter unter Massen von Schnee und Eis: Allein in Osttirol und Oberkärnten soll die Schneedecke bis zum Sonntag nochmals um bis 50 Zentimeter Neuschnee anwachsen, in den Karnischen Alpen gar um knapp einen Meter.

So viel Schnee innerhalb von nur zwei Tagen falle in Österreich höchstens alle 75 bis 100 Jahre, erklärte die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG).

In Osttirol waren unter anderem das Defereggental, Prägraten, das Villgratental und Untertilliach von der Aussenwelt abgeschnitten. Die Lawinengefahr wurde von den Experten in Tirol weiterhin als gross, also Stufe «4» der fünfteiligen Skala eingestuft.

Im Tiroler Zillertal verschüttete eine Lawine am selben Tag einen Skifahrer. Der 39-Jährige konnte nur tot geborgen werden. Bei einem Lawinenabgang im Salzburger Grossarltal wurden zwei Mitglieder einer vierköpfigen Wandergruppe verschüttet und schwer verletzt. Für ihre Rettung flog die Bergwacht fünf Hundeführer mit einem Helikopter ein.

Auf eisglatten Strassen gab es etliche Verkehrsunfälle, vor allem im Burgenland. Nach dem Zusammenbruch des Bahnverkehrs am Freitag nahm die Österreichische Bundesbahn ÖBB am Samstag nach und nach Streckenabschnitte wieder in Betrieb.

Panzer befreien Eingeschneite in Serbien

In Serbien befreiten Einsatzkräfte über 400 Menschen, die in ihren Fahrzeugen bis zu 16 Stunden eingeschneit gewesen waren. Ihnen kamen Panzer und Helikopter zu Hilfe. Das teilte das Innenministerium in Belgrad mit.

Trotz aller Rettungsversuche seien am Nachmittag immer noch Menschen in acht grösseren und vier kleineren Kolonnen in ihren Fahrzeugen eingeschlossen, teilte der stellvertretende Regierungschef mit. «Wir haben Schneeverwehungen von fünf, sechs Metern, wie sie seit 50 Jahren nicht vorgekommen sind.»

Der Schwerpunkt der Helfer liege bei den Gemeinden Subotica und Feketic nördlich der Stadt Novi Sad. Polizei und Soldaten sperrten einige wichtige Transitrouten, um weitere Autos von einer Fahrt in dieser Region abzuhalten.

Der ungewöhnlich stürmische Kosava-Wind ist nach Auskunft der Meteorologen für die extremen Schneeberge verantwortlich.

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