Rettung in Sicht für eingeschlossenes Polarschiff

Nach zwei Tagen im Polareis der Antarktis zeigt sich für Forscher und Touristen Licht am Ende des Tunnels: Ein chinesischer Eisbrecher bahnt sich einen Weg zu ihrem Schiff. Die Erleichterung ist gross.

Video «Expeditionsleiter Turney zur aktuellen Lage (Orginalton englisch)» abspielen

Expeditionsleiter Turney zur aktuellen Lage (Originalton engl.)

0:14 min, vom 27.12.2013

Rettung für das im Polareis eingeschlossene Forschungsschiff mit Wissenschaftlern und Touristen an Bord: Die Besatzung sichtete den chinesischen Eisbrecher «Snow Dragon» am Horizont.

Das Schiff soll den Eingeschlossenen in der Antarktis rund 2800 Kilometer südlich der australischen Stadt Hobart einen Weg aus dem Eis aufs freie Meer bahnen. Für alle Fälle sei ein weiterer Eisbrecher ganz in der Nähe, berichtete die australische Behörde für Seesicherheit (Amsa).

«Es herrscht grosse Erleichterung im Team, hier gibt es jetzt jede Menge fröhliche Gesichter», berichtete Expeditionsleiter Chris Turney über Videolink. Die «MV Akademik Shokalskiy» sitzt seit dem 1. Weihnachtstag im Eis fest.

Die Besatzung setzte einen Notruf ab, weil das Schiff aus eigener Kraft nicht mehr aus der Eisdecke kam. An Bord sind nach Angaben der Behörde 74 Menschen. Darunter sind 26 Touristen, die mit Klimaforscher Turney und Kollegen auf den Spuren eines Polarforschers unterwegs sind, der die Region vor 100 Jahren erkundete.

Zunächst sah es so aus, als müssten die Leute länger als geplant im Eis ausharren. Die Eisschicht, die das Schiff vom offenen Meer trennte, war innerhalb von zwei Tagen von zwei auf mehr als 20 Kilometer angewachsen. Für den chinesischen Eisbrecher war das Durchkommen jedoch eine Kleinigkeit. Die «Shokalskiy» wollte nach Neuseeland weiterfahren, wo die Expedition am 6. Januar enden soll.