Pollenplage im Büro Richtig Lüften ist nur die halbe Miete

Die Pollenbelastung in geschlossenen Räumen hängt auch von der Lage des Raums ab – und davon, wie oft abgestaubt wird.

Junge Frau mit roten Augen schneuzt sich die Nase neben einem Papiertuchspender aus Metall

Bildlegende: Fliegen die Birkenpollen, reagieren besonders viele Menschen mit typischen Heuschnupfensymptomen. imago

  • Wer die Möglichkeit hat, seinen Arbeitsplatz in einen anderen Raum zu verlegen, sollte das ausprobieren. Je nach vorherrschenden Windrichtungen variiert die Pollenbelastung von Raum zu Raum erheblich.
  • Gar nicht Lüften bringt nichts. Regelmässiges Stosslüften ist aber besser als ein Fenster dauernd gekippt lassen.
  • Je mehr Publikumsverkehr in einem Büro herrscht, desto grösser ist die Pollenbelastung.
  • Je staubiger ein Raum,. desto schlimmer für Pollenallergiker.
Pollenkarte von SRF Meteo

Bildlegende: Pollenbelastung im April Alles tiefrot. Den Birkenpollen kann man nur in höheren Lagen entrinnen. srf

Temperatursturz hin oder her – die Birkenpollen machen Allergikern das Leben unverändert zur Hölle. Ein Blick auf die Pollenkarte von SRF Meteo zeigt: Im Mittelland alles tiefrot, Belastung stark seit Ende März.

Wer nicht auf einer Skipiste steht oder durch die Berge klettert, taucht also täglich durch die Heuschnupfensuppe. Und da die meisten Arbeitsplätze nicht in den Alpen, sondern im Mittelland zu finden sind, bleibt Allergikern nur, sich bestmöglich mit der Plage zu arrangieren.

Erkenntnisse von Forschenden der technischen Universität München könnten dabei helfen.

Einfach mal den Raum wechseln

Das Team um die Ökoklimatologie-Professorin Annette Menzel untersuchte akribisch, welchen Einfluss die Art der Belüftung, die Lage des Raums und meteorologische Einflüsse auf die Pollenkonzentration der Zimmerluft haben.

Eine spannende Erkenntnis: Die Pollenbelastung innerhalb eines Gebäudes variiert je nach Lage der Räume. Abhängig von den vorherrschenden Windrichtungen wiesen einige Büros niedrigere Pollenkonzentrationen auf als andere. Für Allergiker lohnt es sich also durchaus, versuchsweise den Arbeitsplatz in einen anderen Gebäudeteil zu verlegen – und zu Hause bewusst darauf zu achten, ob es einem während der Heuschnupfensaison wirklich in allen Zimmern gleich mies geht.

Lüften, aber richtig

Thema Lüften: Halten sich mehrere Personen in einem (unklimatisierten) Raum auf, können die Fenster aus naheliegenden Gründen nicht dauernd geschlossen bleiben. Aus Forschersicht für Allergiker vorteilhafter als ein dauernd gekipptes Fenster ist regelmässiges Stosslüften. Zum Beispiel alle zwei Stunden während fünf Minuten.

Mäntel, Jacken, Staub

Eine weitere Erkenntnis der Studie: Je mehr Personen in einem Büro ein und aus gehen, desto höher die Pollenbelastung der Raumluft. Das liegt nicht nur daran, dass die Türen häufiger geöffnet sind, sondern auch – und vor allem – an der Kleidung der Besucher.

Mit Mänteln und Jacken wird nämlich eine beträchtliche Ladung Pollen von draussen nach drinnen transportiert. Hier lautet die Empfehlung: Die Garderobe in einen Vorraum verlegen, und Mäntel und Jacken zu Hause am besten in einen Schrank wegsperren.

Letzter Punkt: Raumhygiene. Staub und Pollen sehen nicht nur ähnlich aus, sie ziehen einander auch magisch an. Räume, in denen regelmässig geputzt und abgestaubt wird, sind für Allergiker also deutlich verträglicher.

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