Russische Rakete stürzt ab – giftiger Treibstoff tritt aus

Eine unbemannte russische Trägerrakete ist kurz nach dem Start auf dem kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur abgestürzt. Wegen des giftigen Treibstoffs wurden in der Stadt Baikonur Quartiere evakuiert.

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Russische Rakete in Kasachstan abgestürzt

1:07 min, aus Tagesschau am Mittag vom 2.7.2013

Bei einer neuen schweren Raumfahrtpanne hat Russland eine Proton-Rakete mit drei Satelliten für sein Navigationssystem Glonass verloren.

Die Trägerrakete stürzte kurz nach dem Start auf dem Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan ab, wie die Agentur Interfax meldete. Nach ersten Erkenntnissen gab es Fehler im Antriebssystem der Rakete.

Evakuationen wegen Giftgas

Das Gespann explodierte direkt über dem Gelände des Startkomplexes in der kasachischen Steppe, wie eine Übertragung auf der Internetseite des russischen Raumfahrtkonzerns Roskosmos zeigte. Opfer oder Verletzte habe es nicht gegeben, hiess es zunächst.

Wegen des giftigen Flüssigtreibstoffs seien allerdings in Baikonur zahlreiche Gebäude evakuiert worden. Das Heptil sei bei der Explosion zum grössten Teil verbrannt, teilten kasachische Behörden in der Hauptstadt Astana mit. Gleichwohl habe Gefahr bestanden, dass sich die toxische Heptil-Wolke ausbreite, sagte der kasachische Zivilschutzminister Wladimir Boschko der Agentur Interfax zufolge.

Es war bereits die dritte Panne für die russische Raumfahrt in diesem Jahr. Schon 2010 hatte Russland bei einem Fehlstart gleich drei Satelliten für Glonass auf einmal verloren.