São Paulo bebt unter Beats der Schwulenparade

Schräg, schrill und mit einer klaren Botschaft: Über eine Million Menschen haben an der Gay-Pride-Parade im brasilianischen São Paulo teilgenommen. Mit lauter Musik und in ausgelassener Stimmung forderten die Teilnehmer die rechtliche Gleichstellung von Schwulen und Lesben.

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Impressionen der Gay-Pride-Parade

0:32 min, vom 3.6.2013

An einer riesigen Gay-Pride-Parade in São Paulo forderten über eine Million Menschen ein Ende der Diskriminierung von Homosexuellen und die Umsetzung der Homoehe.

Zwei Kostümierte

Bildlegende: Die Homosexuellen in Brasilien kämpfen für die rechtliche Gleichstellung. Keystone

Auch die Kulturministerin der Wirtschaftsmetropole, Marta Suplicy, forderte unter dem Applaus der Menge: «Wir müssen die Verfassung ändern, so dass alle Bürger die gleichen Rechte bekommen».
 
Im Mai hatte die Aufsichtsbehörde der brasilianischen Justiz grundsätzlich grünes Licht für die Homoehe gegeben. Der Nationale Rat der Justiz erklärte, Standesbeamten hätten nicht das Recht, schwulen oder lesbischen Paaren den Trauschein zu verweigern.  

Gläubige Abgeordnete gegen Homoehe

Seit 2011 trauen einige Standesämter gleichgeschlechtliche Paare, andere jedoch nicht. Einige Bundesstaaten erkennen die Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren an, auf nationaler Ebene gibt es bisher allerdings keine Regelung. Im Kongress blockiert bislang eine starke Gruppe religiöser Abgeordneter die Homoehe.  
 
Die Mehrheit der 196 Millionen Einwohner Brasiliens ist katholischen Glaubens. Bisher haben nur zwei lateinamerikanische Staaten die Homoehe eingeführt.