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Panorama «Schnurrli» und «Tigerli» bedrängen Vogelarten

Katzen sind ein Problem – für viele Vogelarten, Eidechsen und andere Kleintiere. Katzen sind zwar nicht der Hauptgrund für das Verschwinden dieser Tierarten. Aber die 1,5 Millionen Hauskatzen in der Schweiz verschärfen das Problem. Unbemerkt töten sie viel mehr Wildtiere als bisher angenommen.

Schwarzweisse Hauskatze hält ihre Pfote auf einen Eisvogel.
Legende: Der Naturtrieb: Die Katze spielt mit dem gefangenen Eisvogel. imago

Kaum sind die Zugvögel zurück und die Hauskatzen bei mildem Wetter draussen, entdecken Tierbesitzer wieder vermehrt, dass Kleintiere oder Vögel Opfer ihrer Lieblinge geworden sind.

Fast täglich riefen besorgte Katzenbesitzer bei der Vogelwarte Sempach an, sagt Michael Schaad: «Aufgrund dessen haben wir einen gewissen Überblick darüber, welche Vögel von den Katzen erbeutet werden.» Es seien nicht nur einheimische Spatzen, Meisen oder Amseln. Katzen schnappten sich auch Vogelarten wie etwa den seltenen Gartenrotschwanz.

Millionen von Tieren betroffen

Genaue Zahlen dazu gibt es nicht aus der Schweiz. Rechnet man aber die Zahlen aus englischen und amerikanischen Studien auf die Schweiz um, so kann man davon ausgehen, dass die Katzen in der Schweiz jährlich Millionen von Vögeln töten.

Das ist normal und nicht weiter schlimm, möchte man vielleicht sagen. Aber für gewisse Tierarten wie etwa die grün schimmernden Zauneidechsen seien die Katzen ein ernsthaftes Problem, sagt Andreas Meyer von der Koordinationsstelle für Amphibien und Reptilienschutz: «Die Zauneidechse könnte auch heute noch häufiger sein, aber gerade in Gebieten mit vielen Katzen leidet sie eben zusätzlich unter diesem Problem und verschwindet dann lokal oder regional ganz aus der Landschaft.»

Katzen einsperren?

Menschen pflegen mit ihren Hauskatzen also eine Raubtierpopulation, die das Gleichgewicht in der einheimischen Kulturlandschaft durcheinanderbringt. Was kann man dagegen tun? Konsequent wäre es, deutlich weniger Katzen zu halten. Aber das getrauen sich die meisten Naturschutzorganisationen nicht laut zu sagen, denn die Katze ist das beliebteste Haustier in der Schweiz.

Katzen nicht mehr aus dem Haus zu lassen, wäre ebenfalls effizient, aber nicht sehr tierfreundlich. Zur Schadensbegrenzung bleibt einzig, den Katzen Halsbänder mit Glöckchen anzulegen. Auch neuartige farbige Halsbänder zeigen einen gewissen Erfolg. Die Vogelwarte Sempach will das nun wissenschaftlich untersuchen: «Wir wollen herausfinden, ob ein buntes Halsband Vögel früher warnt.»

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20 Kommentare

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  • Kommentar von ruta habegger (somewhere)
    Na, Balli, da werde ich also anständig werden!! Es ist sehr wohl bekannt, dass die Schweiz Schweiz im Pestizid Verbrauch an der Spitze steht, wissen Sie das? Warum wohl gibt es fast keine Hasen mehr?? Mir ist klar, dass Katzen eine Gefahr sein können für die Vögel, aber ich behaupte immer noch, dass wir Zweibeiner den grösseren Schaden anrichten! Und das Schlimme dabei ist : eigentlich können wir ja denken!! Meine Katzen bleiben im Haus!
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  • Kommentar von Christophe Bühler ((Bühli))
    Das Problem besteht, lässt sich jedoch einfach lösen. Eine Katzensteuer reziprok zur Hundesteuer wäre fair und hätte sicher weniger Katzen zur Folge.
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  • Kommentar von Rainer Fauser (Rainer Fauser)
    Das Problem ist, wie so viele mit der Überbevölkerung bestimmter Spezies, ganz einfach lösbar: Überflüssige Katzen erschiessen und für die Halter der Überlebenden eine hohe fünfstellige Katzensteuer samt Kontingentierung einführen. Nicht nur Vögel und Echsen, auch Frösche, Molche und weitere Kleintiere gehen auf das Konto der Katzen und deren Halter. Übrigens hat es auch zu viele Hunde und hauptsächlich zu viele vom Homo sapiens.
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