Schweizer Botschaftsgelände beschossen – mit Golfbällen

Das Grundstück, auf dem die Schweizer Botschaft im venezolanischen Caracas steht, ist rechtlich gesehen Schweizer Boden. Das gilt auch, wenn ihn Golfbälle betreten. Um dies deutlich zu machen, nimmt die Botschafterin gegen den benachbarten Golfclub ein schweres Eisen zur Hand.

Zaun der Schweizer Botschaft in Caracas/Venezuela. Daran ist ein weisses Warnplakat mit Schweizer Kreuz und durchgestrichenem Golfball angebracht.

Bildlegende: Der gerügte Golfclub in Caracas nimmt die Drohgebärde der Botschafterin einigermassen gelassen. Reuters

Immer diese Golfbälle auf unserem vaterländischem Boden! Das mochte der Schweizer Botschafterin in Caracas/Venezuela ein Handycap zu viel gewesen sein.

Laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins «Spiegel.de» hat sie nun die Initiative ergriffen.

Bälle müssen draussen bleiben

Für die verirrten Bälle der Mitglieder des benachbarten Caracas Country Clubs gilt ab sofort das Wiener Übereinkommen über diplomatische Beziehungen von 1961. Daran werden die Golffreunde durch ein grosses, offizielles Plakat erinnert, das die Botschafterin Sabine Ulmann an das Gitter ihrer Privat-Residenz angebracht hat.

Der betroffene Golfclub behält die Contenance. Man habe keine Angst, Schweizer Territorium mit verirrten Golfbällen anzugreifen. Der Golf-Verband nannte das Plakat eine «seltsame Überreaktion», schreibt der «Spiegel».

Das Übereinkommen

Artikel 30 des Übereinkommens von 1961 besagt, dass die Privatresidenzen von Diplomaten die gleiche Unverletzlichkeit und den gleichen Schutz geniessen sollen wie die Botschaftsgebäude.