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Panorama Sensationeller Meteoriten-Fund im Berner Seeland

Auf einem Feld im Kanton Bern haben Forscher zusammen mit Sammlern in den letzten drei Jahren hunderte Meteoritenstücke ausgegraben. Aus wissenschaftlicher Sicht eine Sensation. Die Stücke stammen vom sogenannten «Twannberg-Meteoriten», einem raren Eisenmeteoriten.

Legende: Video «Meteoriten-Grossfund in Bern zu sehen» abspielen. Laufzeit 1:05 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 18.08.2016.

Forschende des Naturhistorischen Museums und der Universität Bern haben rund 600 Fragmente des sogenannten Twannberg-Meteoriten entdeckt, von dem 1984 ein erstes Stück bei Twann (BE) gefunden wurde. Wie die Forscher mitteilen, gehört es europaweit zu den grössten bekannten Meteoriten-Streufeldern.

Anhand der Fragmente lasse sich das Fall-Ereignis erstmals nachvollziehen, hiess es an einer Pressekonferenz des Museums in Bern. Das Streufeld werde weiter untersucht, klar sei aber bereits, dass es sehr gross sei.

Das bisher identifizierte Gebiet erstreckt sich über eine Länge von fünf Kilometern, könnte aber bis zu 15 Kilometer lang sein. Es zählt damit zu den drei grössten Streufeldern Europas. Physikalische Untersuchungen zeigen, dass der Himmelskörper vermutlich einen Durchmesser von sechs bis zwanzig Metern besass und demnach eine Masse von tausend bis zu 30'000 Tonnen besass.

Seltener Eisenmeteorit

Beim Twannberg-Meteoriten handelt es sich um einen äusserst seltenen Eisenmeteoriten des Typs IIG, der sich durch einen niedrigen Nickel- und einen hohen Phosphorgehalt auszeichnet. Insgesamt sind weltweit nur fünf Fallereignisse dieser Art bekannt, hiess es an der Pressekonferenz. Der Twannberg könnte sich vermutlich als einer der grössten, wenn nicht sogar der grösste Eisenmeteorit dieses Typs erweisen.

Der Twannberg-Meteorit fiel vor etwa 160'000 Jahren auf die Erde und zerbarst bei seinem Eintritt in die Atmosphäre in hunderte Einzelstücke, die bei Twann niedergingen.

Einmaliger Fund

In der Schweiz wurden bisher nur acht Meteoriten gefunden, der Twannberg ist jedoch der einzige, von dem mehr als ein Stück bekannt ist. Das erste Fragment entdeckte 1984 die Bäuerin Margrit Christen, als sie Steine auf einem Feld sammelte. Dabei fiel ihr das ungewöhnliche rostige Stück auf, das «auffällig schwer» gewesen sei.

Über hundert der seither gefundenen Fragmente können ab dem 19. August im Naturhistorischen Museum Bern besichtigt werden. Die Ausstellung «Twannberg-Meteorit – Jäger des verlorenen Schatzes» widmet sich den bisherigen Erkenntnissen über den Meteoriten und den Meteoritensammlern.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI (Aetti)
    Und wenn der naechste Meteor in der Groesse eines Fussballfeldes in unseren Planeten einschlaegt.. ja dann... gibts eine neue Eiszeit und das Leben muss sich neu entwickeln...
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  • Kommentar von Thomas Käppeli (thkaepp)
    Auch in jüngerer Geschichte gingen in Europa Meteoriten nieder. Für unsere Altvordern einschlägige Ereignisse, welche sie in naturnaher Geister/Götterwelt auf ihre Weise deuteten. Gut möglich, dass ein solches „Kollektivtrauma“ Anlass zu folgendem Zitat ist: „Wir fürchten uns vor nichts, ausser dass uns der Himmel auf den Kopf fällt,“ antwortete eine keltische Gesandtschaft, die vor Alexander dem Grossen stand als er sie fragte, wovor sie sich am meisten fürchten. Siehe auch Asterix Hefte ;-)
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  • Kommentar von Ursula Schüpbach (Artio)
    "Der Twannberg-Meteorit fiel vor etwa 160'000 Jahren auf die Erde und zerbarst bei seinem Eintritt in die Atmosphäre in hunderte Einzelstücke, die bei Twann niedergingen." Über den Berg bin ich auch schon gegangen. Wenn ich gewusst hätte, was für eine Prominenz sich da unter meinen Füssen befand... Wow! Da hätte ich wohl gleich abgehoben. ;)
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