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Sexuelle Belästigung Weinstein feuert Weinstein

Nahaufnahme von Harvey Weinstein.
Legende: Die Vorwürfe gegen Harvey Weinstein sind happig. Sein eigenes Unternehmen hat ihn nun entlassen. Reuters
  • Der amerikanische Filmproduzent Harvey Weinstein ist wegen Vorwürfen der sexuellen Belästigung vom Vorstand der eigenen Firma gefeuert worden.
  • Es habe neue Informationen zu den Anschuldigungen gegeben, erklärte die Weinstein Company.
  • Mitbegründer Weinstein hatte sich zuvor freiwillig von der Arbeit freistellen lassen.

Die «New York Times» hatte berichtet, dass Weinstein über Jahre weibliche Angestellte und Schauspielerinnen sexuell belästigt habe, unter ihnen auch Hollywoodstar Ashley Judd. Weinstein erklärte bei der Bekanntgabe seiner Freistellung, er habe sich gegenüber Kolleginnen unangemessen verhalten.

Acht Frauen erhielten Schweigegeld

Nach Angaben aus Weinsteins Umfeld erhielten mindestens acht Frauen Geld, um ihn nicht anzuzeigen, darunter auch die Schauspielerin Rose McGowan.
Weinsteins Anwältin hatte zuvor mitgeteilt, ihr Mandant weise «viele der Vorwürfe» zurück. «Er hat Fehler zugegeben, die er gemacht hat», schrieb sie. «Er liest Bücher und geht zur Therapie.»

Harvey Weinstein und sein Bruder Bob sind für viele Hollywood-Erfolge verantwortlich. Sie produzierten beispielsweise das Drama «The King's Speech» und mit ihrer früheren Firma Miramax den Tarantino-Klassiker «Pulp Fiction».

SRF-Filmspezialist Michael Sennhauser zur Affäre Weinstein

Die Weinstein-Company fürchtet um ihren Ruf, denn Fälle von sexueller Belästigung sind mittlerweile nicht mehr öffentlichkeitsfähig. Das war über Jahrzehnte anders: Die mächtigen Männer haben sich gegenseitig gedeckt und die Firmen, die um ihren Ruf fürchteten haben dabei mitgemacht. Ausserdem sorgte man in den Einzelfällen mittels Vergleichszahlungen und Maulkörben dafür, dass nichts an die Öffentlichkeit gelangte. Das funktioniert jetzt nicht mehr.

Der aktuelle Fall ist besonders pikant, weil Harvey Weinstein als Independent-Produzent und erklärter Unterstützer der Demokraten nun ins Visier der Republikaner gerät und diese das auszuschlachten versuchen. Bereits fordern manche Demokraten, dass Spenden, die von Weinstein eingegangen sind, an gemeinnützige Organisationen weitergegeben werden, um möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten. Der Mann ist schlicht nicht mehr tragbar. Mit einem Comeback Weinsteins ist deshalb kaum zu rechnen.

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