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Skandal um sexuelle Übergriffe Scotland Yard ermittelt gegen Weinstein

Die Polizei in London ermittelt in drei Fällen. Derweil will ihm Frankreich die Auszeichnung der Ehrenlegion entziehen.

Porträt von Harvey Weinstein
Legende: Vorwürfe Viele Hollywood-Stars bezichtigen Harvey Weinstein der sexuellen Belästigung. Keystone
  • Die Polizei in London ermittelt laut Medienberichten in drei Fällen gegen Harvey Weinstein wegen sexueller Übergriffe.
  • Der Élyséepalast will den Produzenten aus der Ehrenlegion ausschliessen.
  • Woody Allen warnt vor einer Hexenjagd. Allen selbst wird sexueller Missbrauch vorgeworfen.

Scotland Yard nannte keine Details, bestätigte aber, dass es um denselben Verdächtigen ginge wie in dem Fall vom Donnerstag. Dabei handelt es sich um den Vergewaltigungsvorwurf der britischen Schauspielerin Lysette Anthony gegen Weinstein, wie die «Times» am Sonntag berichtete.

Nun soll sich ein weiteres Opfer Weinsteins an die Behörden gewandt haben. Es gehe dabei um Vorfälle aus den Jahren 2010, 2011 und 2015 in London, berichtete die britische Nachrichtenagentur PA.

Élyséepalast will Weinstein aus der Ehrenlegion werfen

Doch damit nicht genug des Ärgers für Harvey Weinstein. Der Élyséepalast dringe darauf, ihm die Auszeichnung der Ehrenlegion zu entziehen.

Mit der verantwortlichen Grosskanzlei der Ehrenlegion werde besprochen, ob und wann dies möglich sei, bestätigten Élyséekreise. Das Verhalten des Kino-Moguls sei nicht hinnehmbar und mit der Ehre unvereinbar.

Woody Allen meldet sich zu Wort

Und jetzt mischt sich auch noch Regisseur Woody Allen («Der Stadtneurotiker») ein. Der 81-Jährige zeigt sich betrübt über die zahlreichen Vorwürfe gegen den Filmproduzenten, warnt aber vor einer Hexenjagd.

In dem Fall gebe es keine Gewinner. «Es ist einfach sehr, sehr traurig und tragisch für die armen Frauen, die das durchmachen mussten», sagte Allen der BBC. «Aber es sollte auch nicht zur Atmosphäre einer Hexenjagd führen, in der jeder Kerl, der in einem Büro einer Frau zuzwinkert, plötzlich einen Anwalt rufen muss.» Das sei auch nicht richtig.

Traurig für Harvey, dass sein Leben so verkorkst ist
Autor: Woody AllenRegisseur

Die ganze Harvey Weinstein Sache sei für alle Beteiligten sehr traurig. «Tragisch für die armen Frauen, die betroffen waren, traurig für Harvey, dass sein Leben so verkorkst ist.» Er habe von den Vorwürfen gegen Weinstein nichts gewusst.

Dass sich ausgerechnet Woody Allen dazu äussert, ist insofern pikant, als dass ihm seine eigene Tochter sexuellen Missbrauch vorwirft. Laut BBC half Weinstein Woody Allen, seine Karriere nach Bekanntwerden der Vorwürfe wieder aufzubauen.

Harvey Weinstein am Boden

Der Hollywood-Mogul Weinstein steht seit Tagen im Zentrum eines Skandals um sexuelle Übergriffe im Filmbusiness. Mehrere Frauen werfen ihm Belästigung bis hin zur Vergewaltigung vor. Weinstein bestreitet, Frauen zum Sex gezwungen zu haben.

Legende: Video Der tiefe Fall des Harvey Weinstein abspielen. Laufzeit 02:10 Minuten.
Aus Tagesschau vom 11.10.2017.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Werner Kieser (Werner Kieser)
    Ohne Weinsteins Vergehen zu beschönigen, soll man nicht aus den Augen verlieren, dass sich der ganze Rummel in einem bitotten Amerika abspielt, in dem die Anwälte vor den Spitälern operierte Patienten abfangen und ihnen vorschlagen, gegen den Arzt zu klagen, mit einer "Gewinnbeteiligung" von 50% bei Erfolg.
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  • Kommentar von Michael Räumelt (Monte Verita)
    Wie viele "Weinsteins" gibt es in der Schweiz oder Deutschland etc.?
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    1. Antwort von Theresia Weber (Resi)
      Genau! Wieviele Frauen meiner Generation wurden Ende 60-iger, anfangs 70-iger missbraucht? War damals tabu, obwohl Eltern, Angehörige davon wussten. Ich musste lediglich beichten gehen u. der Missbrauch ging weiter. Zeitgeist damals! Schande, Mangel an Selbstbewusstsein, Minderheitsgefühle... müssen selbst verarbeitet werden. Endlich wird darüber offen gesprochen.
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  • Kommentar von Klaus Kreuter (PalleKalle)
    Was mich bei diesem schlimmen Dingen aufregt ist die Tatsache dass man lange zugewartet hat. Insofern ist das alles etwas merkwürdig. Warten wir mal ab ob er meine Karriere fördert und dann, wenn nicht, schlagen wir zurück. Bereits bei der ersten Belästigung hätte die Dame reagieren müssen, egal wer es war. Einen solchen Saukopf braucht niemand.
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