Sklavenarbeit aufgedeckt und Pulitzer-Preis gewonnen

Die US-amerikanische Nachrichtenagentur Associated Press hat den renommierten Pulitzer-Preis erhalten. Vier Journalistinnen der Agentur hatten den Einsatz von Sklaven in der Fischereiindustrie in Südostasien aufgedeckt. Aufgrund ihrer 18-monatigen Recherchen kamen mehr als 2000 Zwangsarbeiter frei.

Die vier Gewinnerinnen der AP stehen nebeneinander und schauen in die Kamera.

Bildlegende: Das Gewinner-Team der AP (von links): Martha Mendoza, Robin McDowell, Esther Htusan und Margie Mason. Keystone

Bei der 100. Verleihung des renommierten Pulitzer-Preises ist die US-amerikanische Nachrichtenagentur Associated Press ausgezeichnet worden. Vier AP-Journalistinnen hatten aufgedeckt, wie die Fischereiindustrie in Südostasien Sklaven einsetzt. Aufgrund der 18-monatigen Recherchen kamen über 2000 Zwangsarbeiter frei, ein Dutzend Verdächtige wurden festgenommen.


«Der Pulitzer-Preis wird überleben»

4:57 min, aus SRF 4 News aktuell vom 18.04.2016

Derzeit gibt es den Pulitzer-Preis in 21 Sparten, darunter auch Schauspiel, Musik, Poesie und Belletristik. 14 Kategorien betreffen journalistische Arbeiten.

«The Sympathizer» und «Hamilton»

Die «Los Angeles Times» gewann in der Sparte aktuelle Nachrichten für ihre Berichterstattung über den bewaffneten Angriff auf eine Sozialeinrichtung im kalifornischen San Bernardino, die «New York Times» für eine Reportage über Gewalt gegen afghanische Frauen. Auch die Mitarbeiter des «Boston Globe» und des «New Yorker» wurden ausgezeichnet.

Im Bereich Literatur gewann der vietnamesische Autor Viet Thanh Nguyen mit seinem Spionage-Roman «The Sympathizer», im Bereich Schauspiel das Erfolgs-Musical «Hamilton».

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • 100 Jahre Pulitzer-Preise

    Aus Tagesschau vom 18.4.2016

    In New York werden zum 100. Mal die Pulitzer-Preise verliehen. In den meisten Preiskategorien werden investigative journalistische Leistungen ausgezeichnet. Die Auszeichnung gehört zu den prestigeträchtigsten Journalistenpreisen.

  • Die EU ist grösser geworden und beschäftigt sich mit mehr Themen; das macht sie komplizierter - zu kompliziert für Boulevardmedien. Die TV-Berichterstattung weicht vermehrt auf Nebenschauplätze aus, wie etwa die Regeln zur Gurkenkrümmung – und sie neigt zum Skandalisieren, sagt Studienautor John Lloyd.

    Brüsseler Journalismus im Wandel

    Aus Echo der Zeit vom 30.4.2015

    Die Europäische Union kommt in letzter Zeit schlecht weg in den Medien: In Griechenland etwa wird sie geschmäht, in Grossbritannien verspottet, auch in Frankreich oder Deutschland wird die Kritik lauter.

    Dass das nicht nur an der EU, ihrem Personal und ihren Entscheiden liegt, zeigt eine Studie des Reuters Institute in Oxford.

    Fredy Gsteiger