Flug über den Pazifik – kein Spaziergang

Der Schweizer Sonnenflieger «Solar Impulse 2» hat den ersten Teil seiner Reise um den Erdball am Dienstag in China erfolgreich beendet. Doch die grösste Herausforderung steht der Crew um Bertrand Piccard und André Borschberg noch bevor.

Video «6. Etappe von Solar Impulse» abspielen

6. Etappe von Solar Impulse

0:39 min, aus Tagesschau vom 21.4.2015

Mit Ausnahme des Wetters und einiger defekter Solarzellen lief bislang bei der Mission Erdumrundung von «Solar Impulse 2» fast alles nach Plan. Doch nun steht die Überquerung des Pazifiks auf dem Etappenplan – selbst für Pioniere wie Piccard oder Borschberg wird das kein Spaziergang.

Der Start wird nicht vor Anfang Mai möglich sein, um maximal von der Sonnenscheindauer profitieren zu können, wie Bertrand Piccard in einem aufblasbaren Zelthangar auf dem Flughafen von Nanjing in Ostchina vor den Medien ausführte.

In Monaco beobachtet das Leitteam von «Solar Impulse» aufmerksam die Wetterentwicklung, um das ideale Zeitfenster für den Pazifik-Überflug zu finden.

Warten auf den richtigen Slot

«Es braucht Sonne, aber nicht zu viel Wind», sagte Piccard. Zu viel Gegenwind könnte den Sonnenflieger gar zur Umkehr zwingen. Die Etappe zwischen Nanjing und Hawaii soll fünf Tage und fünf Nächte dauern, ein Rekord.

«Der Versuch, den Pazifik zu überfliegen, wird die grösste Herausforderung des ganzen Projekts», sagte Piccards Kollege André Borschberg, der dabei im Cockpit sitzen wird, per Videokonferenz.

Der 57-jährige Piccard und der 62-jährige Borschberg wollen mit der ersten Erdumrundung eines Solarfliegers für den Einsatz und die Möglichkeiten von Sonnenenergie werben.

«Es nützt nichts, über Umweltprobleme zu klagen», sagte Piccard vor chinesischen Journalisten. «Jeder muss nach seinen Möglichkeiten handeln und seine Regierung sowie die Vereinten Nationen dazu ermuntern, eine neue Politik anzuwenden.»