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Solar Impulse 2 Kaltfront zwingt Solar Impulse 2 zum Zwischenstopp

Einmal mehr hat das Wetter die Pläne des Schweizer Solarfliegers durchkreuzt. Die Solar Impulse hat ausserplanmässig in Nagoya landen müssen. Damit ist der erste Versuch zur Bewältigung der sechstägigen Etappe der Weltumrundung gescheitert. Aber Bertrand Piccard spricht dennoch von einem «Erfolg».

Legende: Video Landung in Nagoya (Japan) abspielen. Laufzeit 0:26 Minuten.
Vom 01.06.2015.

Der Schweizer Solarflieger Solar Impulse 2 hat wegen einer Schlechtwetterfront in der japanischen Grossstadt Nagoya zwischenlanden müssen. «Wir haben entschieden, in Nagoya einen Zwischenstopp einzulegen und bessere Bedingungen abzuwarten», hiess es von Seiten der Organisatoren. Und namentlich der gelandete Pilot André Borschberg sagte: Es gelte das Prinzip «Sicherheit zuerst».

Kein Problem mit der Stromversorgung

Wie das Team von Solar Impulse weiter betonte, sei der unfreiwillige Unterbruch der Flugreise einzig durch das Wetter bedingt. Ein Problem mit der Stromversorgung gebe es nicht. Dementsprechend nahm der zweite Pilot Bertrand Piccard den Zwischenhalt des Fliegers auch nicht als Rückschlag wahr.

Stattdessen sprach er von einem «grossen Erfolg». Es sei der bislang längste Flug eines nur mit Solarenergie betriebenen Flugzeugs gewesen, sagte er nach der Landung im Live-Stream auf der Solar-Impulse-Internetseite. Und auch von der «Solar»-Crew im Kontrollzentrum in Monaco wurde die Landung nach rund 44 Stunden und 1700 Kilometern mit viel Beifall quittiert.

«Wir warten jetzt auf bessere Konditionen über dem Pazifik, um die Reise nach Hawaii fortzusetzen», liess das Team verlauten. Und Piccard sagte weiter: «Alles was wir tun konnten, wurde getan. Das Wetter können wir nicht kontrollieren. Das ist es, was Erfindertum ausmacht.»

Erst am Sonntag aufgebrochen

Erst am frühen Sonntagmorgen Ortszeit war die «Riesen-Libelle», wie die chinesischen Fans den filigranen Flieger liebevoll nennen, zur längsten und schwierigsten Etappe der Erdumrundung aufgebrochen. Nach Plan sollte er den Pazifik in sechs Tagen überqueren und nach rund 8500 Kilometern in Hawaii ankommen. Zuvor hatte der Schweizer Pilot André Borschberg bereits lange auf gutes Wetter warten müssen.

Das rein durch Sonnenenergie angetriebene Flugzeug war Anfang März in Abu Dhabi gestartet. Über Oman ging es weiter nach Indien, Myanmar und China. Nach dem Flug über den Pazifik soll Solar Impulse 2 sodann die USA überqueren. Borschberg und Piccard wollen die Erde ganz ohne Treibstoff umrunden, um die Möglichkeiten der umweltfreundlichen Solarkraft aufzuzeigen. Auf den insgesamt zwölf Etappen wechseln sie sich ab.

Grenzen der Leistungsfähigkeit

Die nun ein wenig kürzere Etappe von Japan bis Hawaii wird den Piloten – wenn er weiterfliegt – an die Grenzen der Leistungsfähigkeit bringen. Es wird ein fünf- bis sechstägiger Dauerflug in einer Kabine, die so klein ist, dass André Borschberg nicht einfach zwischendurch einmal aufstehen kann, um sich die Füsse zu vertreten.

Stattdessen will er sich mit Yoga-Übungen körperlich und geistig fit halten. Die Lufttemperatur wird auf der für tagsüber geplanten Flughöhe von bis zu 8000 Metern in der nicht klimatisierten Kabine auf Minus 40 Grad absinken. Und wie wenn das noch nicht reichen würde. Um die Kontrolle über das Flugzeug nicht zu verlieren, darf der Pilot nie länger als zwanzig Minuten schlafen. Er wird deshalb beim Weiterflug eine Spezialbrille tragen, die ihn jeweils mit starken Lichtimpulsen zwangsweise aufweckt.

7 Kommentare

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  • Kommentar von Sandra Sutter, Erlenbach
    Also los, neue moderne AKW's bauen. Das Experiment ist gescheitert.
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  • Kommentar von Herbert Hegner, 8856 Tuggen
    Ich bewundere alle Leute, welche solche Phantasten sind, und sich neuen Herausforderungen stellen. Chapeau! Gleichzeitig verwehre ich mich, dass dies ein Projekt mit Umweltschutzcharakter sein soll. Ich möchte nicht wissen, wie viele Leute wie viele Jahre mit dem Auto fahren könnten, und nicht ein Bruchteil dessen an Energie verbrauchen würden, wie dieses Projekt (Wie viele Flugmeilen haben wohl die ganze Entourage gemacht, graue Energie zum Herstellen des Flugzeugs, ...). Realitätssinn!
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    1. Antwort von Thomas Käppeli, Guatemala Ciudad
      Geehrter Herbert Hegner, dieses Projekt selber, geht ökonomisch/energisch gerechnet nicht auf. Da haben Sie Recht. Etwa so, wie Elektoautos (inklusive Tesla unserer BRätin) und unsere SBB „sauber“ mit Kohle- und AKW-Strom fährt. Wir, vor allem unsere Kinder/Enkel stehen zwangsläufig vor einem unvermeidbaren Energiedebakel und dies, in einem sehr überschaubaren Zeitrahmen. Es geht um Sensibilisierung der Massen, bevor uns frei nach Asterix, resp. Majestix: Der Himmel auf den Kopf fällt :-(
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    2. Antwort von Thomas Käppeli, Guatemala Ciudad
      Korrigendum und ein Ups, an mich selber. Hätte natürlich "/energetisch" heissen sollen. Obwohl uns zur Energiewende auch das "energisch" bisher nie ernsthaft vorschwebte. I'm sorry.
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  • Kommentar von Thomas Käppeli, Guatemala Ciudad
    Ich wunderte mich seit Beginn der Expedition, wieso ein Zwischenstop in Japan vor der Pazifik Überquerung nicht gleich eingeplant wurde. Oder stecken da gar politische Überlegungen dahinter? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Dazu über sechs Tage dem lieben Petrus in seine Wetterkarten schauen zu dürfen, ist halt doch etwas schwierig. Ich denke die technikbegeisterten Japaner nehmen diese Visite eher freudig auf und André Borschberg gönne ich die Verschnaufpause :-)
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