«Solar Impulse 2» bezwingt das Reich der Mitte

Der Sonnenflieger von Bertrand Piccard hat nach dreiwöchiger Verspätung die 1200 Kilometer lange Etappe über China gemeistert. Die Landung erfolgte sicher in der Nähe der Millionenstadt Nanjing. Doch die grosse Herausforderung steht erst noch bevor.

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6. Etappe von Solar Impulse

0:39 min, aus Tagesschau vom 21.4.2015

Der Schweizer Solarflieger von Bertrand Piccard hat seine letzte Station in China erreicht. Gegen 23.30 Uhr Ortszeit landete der Abenteurer nach der 1200 Kilometer langen Etappe bei der Millionenstadt Nanjing in der Nähe von Chinas Ostküste.

Der Start in China hatte mehrfach wegen ungünstiger Winde und eines zu engen Landefensters in Nanjing um etwa drei Wochen verschoben werden müssen.

Bertrand Piccard nach seiner Landung bei Nanjing.

Bildlegende: Bertrand Piccard nach seiner Landung bei Nanjing. Nun macht das Team um den Solarflieger erst mal Pause. evn

Herausforderung: Der Flug über den Pazifik

Nun, da der Sonnenflieger in Nanjing angekommen ist, nimmt sich das Team nun zehn Tage Zeit, bevor es die schwierigste Etappe der Reise um die Welt in Angriff nimmt: Der Flug über den Pazifik, mit Landung auf Hawaii.

Um über den Pazifik zu kommen, wird das Flugzeug fünf Tage und Nächte in der Luft bleiben müssen. Ähnlich schwierig dürfte später auch der Flug über den Atlantik von New York aus werden.

Breiter als ein Jumbojet

Angetrieben wird das Karbonfaser-Flugzeug von vier Elektromotoren. Mit 72 Metern hat es eine grössere Spannweite als ein Jumbojet, wiegt aber gerade so viel wie ein Mittelklassewagen. Ende Juli oder Anfang August soll die 35'000 Kilometer lange Reise am Persischen Golf enden. Der sonnenbetriebene Einsitzer war Anfang März in Abu Dhabi gestartet. Geplant sind insgesamt zwölf Etappen.

Piccards Begeisterung für die Mission ist ungebrochen: «Dieses Flugzeug ist einfach Wahnsinn. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich wieder am Steuer sitzen darf.» Sein Kollege André Boschberg wurde indessen zuletzt durch heftige Migräne ausser Gefecht gesetzt. Er kehrte in die Schweiz zurück, um sich behandeln zu lassen. Es sei nötig gewesen, «eine Pause einzulegen, um die Zukunft des Projekts zu sichern», schrieb Boschberg dazu.

Der 57-jährige Pilot Piccard und sein 62-jähriger Kollege André Borschberg wollen mit der ersten Erdumrundung eines Solarfliegers für den Einsatz und die Möglichkeiten von Sonnenenergie werben.