«Solar Impulse 2» in China gelandet

Mehr als 20 Stunden dauerte die bis anhin schwierigste Etappe der Weltumrundung. Doch der nächste Flug wird noch strapaziöser: Es gilt, den Pazifik zu überwinden.

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Landung in Chongqing (englisch)

6:52 min, vom 30.3.2015

Trotz unerwartet starken Gegenwindes hat der «Solar Impulse 2» mit Bertrand Piccard im Cockpit die bisher schwierigste Etappe seiner Weltumrundung bewältigt. Nach einem anstrengendem Flug, der mehr als 20 Stunden dauerte, landete das Solarflugzeug um 01.35h (Ortszeit) sicher in Chongqing.

Bis zu 100 Menschen hätten am Flughafen der südwestchinesischen Metropole ausgeharrt, um die Landung mitzuverfolgen, berichtet SRF-Chinakorrespondent Urs Morf. «Sie klatschten begeistert Beifall, als die LED-Lichter der Maschine am Himmel auftauchte.»

Zunächst hatte der starke Gegenwind den Anflug auf den Flughafen verzögert. Später hiess es zudem, die Landung habe auch wegen des dichten Flugverkehrs auf dem stark frequentierten Flughafen verschoben werden müssen.

Das Interesse der Menschen in China an «Solar Impulse 2» ist laut Morf riesig. Sina Weibo, das chinesische Pendant zu Twitter, gehört zu den Sponsoren des Fluges. «Seit Beginn des Abenteuers im März haben sie massiv Werbung betrieben», so der Chinakorrespondent. Die Kurznachrichten von Sina Weibo seien 49 Millionen Mal angeklickt worden.

Flug über den Himalaya trotz defekter Solarzelle

Trotz einer defekten Solarzelle klappte der 1375 Kilometer weite Flug von Mandalay in Myanmar nach China reibungslos. Allerdings galt es, starken Wind, die hohen Ausläufer des Himalaya-Gebirges und eine grosse Flughöhe mit extremen Minus-Temperaturen zu meistern.

Wegen des Schadens an einer Solarzelle fehlten dem Flugzeug zwei Prozent der sonst verfügbaren Energie. Der Defekt habe aus Zeitgründen in Mandalay nicht repariert werden können, teilte die Flugkontrolle mit. Eine einzelne Zelle könne nicht einfach ausgewechselt werden, so dass acht Zellen abgeschaltet werden mussten. So musste die Energie auf alle Batterien gleichmässig neu verteilt werden.

Überquerung des Pazifiks

Ursprünglich sollte das Solarflugzeug am Dienstagmorgen Richtung Nanjing im Südosten Chinas weiterfliegen. Doch seien die Wetterverhältnisse äusserst schlecht, sagt Korrespondent Morf. «Es ist neblig und dunkel in Chongqing, die Windverhältnisse sind schlecht und es gibt nicht genügend Sonne.» Nun gelte es abzuwarten, das könne Tage dauern.

Die nächste Etappe führt dann über den Pazifik nach Hawaii. Das gilt als der schwierigste Teil der Erdumrundung. Um über den Pazifik zu kommen, wird das Flugzeug fünf Tage und Nächte in der Luft bleiben müssen. Ähnlich schwierig dürfte später auch der Flug über den Atlantik von New York aus werden.