Später Winter erwischt Europa kalt

Zweistellige Minusgrade in Frankreich, rekordverdächtige Schneemengen in Moskau, Winterchaos am Flughafen Frankfurt: Wenige Tage vor Frühlingsbeginn bibbern weite Teile Europas in der Kälte. Die Lage entspannt sich nur langsam, ein Ende des «Märzwinters» ist noch nicht in Sicht.

Schnee und Kälte in Moskau

Bildlegende: Schnee und Kälte in Moskau: Ein Ende des «Märzwinters» ist noch nicht in Sicht. Reuters

In mehreren Ländern Europas hat sich der Winter noch einmal mit aller Kraft zurückgemeldet und für Verkehrschaos und Stromausfälle gesorgt.

In weiten Teilen Deutschlands sorgte das Winterwetter für Probleme auf der Strasse und in der Luft. Auf dem drittgrössten Flughafen Europas in Frankfurt mussten bis zu 3000 gestrandete Passagiere die Nacht verbringen. Auch der neue Tag begann mit Verspätungen und Annullierungen. Nach Angaben eines Sprechers mussten bis am Nachmittag über 150 Flüge gestrichen werden. Am Vortag hatte der Flughafen 800 Verbindungen abgesagt. 

Krisenstab in Frankreich

Im Nordwesten Frankreichs sanken die Temperaturen auch in der vergangenen Nacht noch einmal auf Werte um die minus 10 Grad Celsius. Bis zu 50'000 Menschen waren noch immer ohne Strom, mehrere Strassen blieben wegen Schneeverwehungen gesperrt.

Premierminister Jean-Marc Ayrault richtete bereits am Dienstag einen Krisenstab ein, um die «Sicherheit und Fortbewegung im ganzen Land zu gewährleisten». Der späte Winter trifft eine Region, die solche Bedingungen nicht gerade gewohnt ist. «Hier kann man nicht auf die Erfahrungen und die Infrastruktur zurückgreifen, die man in den Alpen oder in den Pyrenäen hat», sagte SRF-Mitarbeiter Rudolf Balmer in Paris.

Im Grossraum von Paris musssten wegen glatter Strassen fast alle öffentlichen Busse in den Depots bleiben. Im Norden des Landes blockierten Schneemassen den Zugang zur atomaren Wiederaufbereitungsanlage La Hague. Ihr Betrieb war am Montag gestoppt worden.

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Schnee legt Paris lahm (unkommentiert)

0:36 min, vom 13.3.2013

Unter Schnee und Kälte ächzten auch Teile Russlands, in denen Mitte März für gewöhnlich auch eher an Frühling gedacht wird. Im Westen des Landes sorgte stundenlanger Schneefall für Chaos auf Flughäfen und im Strassenverkehr. Allein in Moskau waren Tausende Arbeiter im Einsatz, um die Wege von Glatteis und sieben Zentimetern Neuschnee zu befreien. «Soviel Schnee im Monat März fiel in Moskau zuletzt vor etwa 50 Jahren», sagte Vizebürgermeister Pjotr Birjukow. 

Schnee auch in England und Spanien

Im Süden Englands blockierten Schneemassen die Routen von der Insel in Richtung europäisches Festland. Die wichtigste Autobahn in Südengland, die unter anderem zum Hafen von Dover führt, wurde teilweise gesperrt. Es bildeten sich lange Staus.

Im Spanien führten heftige Schneefälle im Norden und Zentrum des Landes zu
Behinderungen im Strassen- und Bahnverkehr. Die Autobahnen von Madrid nach La Coruña und Segovia mussten nach einem Schneesturm in der Sierra de Guadarrama nördlich der spanischen Hauptstadt gesperrt werden.

Der sogenannte «Märzwinter» lässt Europa auch in den kommenden Tagen nicht los. Schnee und Eiseskälte ziehen nun in Richtung Süden. Auch in der Schweiz muss in den kommenden Tagen bis ins Flachland hinein mit Schnee und sinkenden Temperaturen gerechnet werden. Erst am Wochenende dürfte es gemäss SRF Meteo wieder etwas milder werden.

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Der Winter ist zurück

1:25 min, aus Tagesschau vom 12.3.2013

«Märzwinter»

Ist eine Fachbezeichnung für den späten Wintereinbruch. Der März ist der Monat mit den grössten Temperaturschwankungen. Von -20 bis +25 Grad ist alles drin.