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Stromausfall in Hamburg Könnte das auch am Flughafen Zürich passieren, Frau Zöchling?

Legende: Audio Stromausfall in Hamburg: Könnte auch in Kloten passieren abspielen. Laufzeit 03:36 Minuten.
03:36 min, aus SRF 4 News aktuell vom 04.06.2018.

Am Flughafen Hamburg ging am Sonntag gar nichts mehr: 300 Flugzeuge konnten nicht abheben, 30'000 Passagiere waren betroffen. Grund sei ein Stromausfall gewesen, heisst es von Seiten der Flughafenbetreiber. Seit 6 Uhr früh ist der Flughafen der Hansestadt wieder grösstenteils in Betrieb. Sonja Zöchling, Sprecherin des Flughafens Zürich, sagt: Zu einem ähnlichen Zwischenfall könnte es theoretisch auch in der Schweiz kommen.

Sonja Zöchling

Sonja Zöchling

Sprecherin

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Sonja Zöchling ist Mediensprecherin der Flughafen Zürich AG.

SRF News: Kein Strom am Flughafen – wäre das auch in Zürich denkbar?

Sonja Zöchling: Man sagt ja, wo Technik ist, ist immer ein Ausfall möglich. Und das wäre wahrscheinlich auch am Flughafen Zürich so. Wir tun zwar, was wir können, um ebenso grosse Ausfälle zu vermeiden. Aber ganz gefeit vor einer solchen Stromlosigkeit über so lange Zeit ist man nicht wirklich.

Gab es schon Zwischenfälle wie diesen am Flughafen Kloten?

Nicht so gravierende. Wir hatten schon kleinere «Stromzwicks». So nennen wir das, wenn der Strom ganz kurz ausfällt, und dann aber gleich wieder anspringt. Das führt dazu, dass die Anlagen alle herunterfahren. Dann muss man all diese Systeme wieder einzeln überprüfen und kontrolliert hochfahren.

Sicherheitsrelevante Systeme werden bei einem solchen Ausfall 30 Minuten lang über Batterien versorgt.

Das hat schon dazu geführt, dass zum Beispiel Flüge zu spät abgehoben haben, weil das Gepäcksystem nicht funktionierte, und die Gepäckstücke nicht rechtzeitig zum Flieger gebracht werden konnten.

Kleinere Zwischenfälle sind also nicht zu vermeiden. Was gibt es denn für Massnahmen, damit es nicht zu einem Totalausfall kommt?

Wir beziehen den Strom über zwei Unterwerke in der Region. Wenn das eine ausfällt, wird durch die Kreuzschaltung das nächste hochgefahren. Und für die sicherheitsrelevanten Systeme haben wir noch eine dritte Versicherung: Diese werden bei einem solchen Ausfall 30 Minuten lang über Batterien versorgt.

Falls es doch zu einem grossen Zwischenfall kommen sollte, was schreibt da das Protokoll vor? Was würde man in Kloten machen?

Wenn gar nichts mehr geht, wie das offenbar gestern in Hamburg der Fall war, ist es natürlich wichtig, dass man die Passagiere entsprechend informieren kann. Das würde bedeuten, man müsste sicher genug sichtbares Personal im Einsatz haben, an das sich die Passagiere wenden können und das diese unterstützen kann. Auch wenn es nur darum geht, sie nach Hause zu schicken und ihnen zu sagen: «Es tut uns leid. Heute geht leider nichts mehr.» Denn Anzeigetafeln nützen in so einem Fall nichts mehr. Sie wären alle schwarz.

Das Gespräch führte Linda von Burg.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Oskar Schneider (Oski2)
    Es ist doch lachhaft dass man ein system so stark auf Komputer aufbaut Inzwischen bin ich überzeugt der ganze Komputer mist kostet mehr als wenn man reguläres personal "wie in den alten zeiten" hätte
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  • Kommentar von Daniel Fuchs (Daniel Fuchs)
    Batterien sind nur zum überbrücken gut. Im Idealfall hält man die Systeme mittels Batterien lange genug am laufen bis die Generatoren angefahren wurden und genügend Strom liefern. Das CHUV zum Beispiel hat 3 massive Schiffsmotoren im Keller um im Notfall Strom liefern zu können von denen auch ein mal wöchentlich einer getestet wird und den dabei produzierten Strom ins Netz einspeist (Wissensstand 2001). Nur 30 Minuten für die wichtigsten Systeme in Kloten halte ich für bedenklich.
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  • Kommentar von Hans Klein (HansKlein)
    In Hamburg gab es zwar eine Ersatzstromversorgung, aber die Betriebserlaubnis gilt nur, wenn der Flughafen mindestens zwei solcher Systeme einsatzbereit hat. Deshalb wurde nicht einfach auf das eine verbliebene umgeschaltet, sondern alles herunter gefahren. Irgendjemand hat da also nicht 2 + 1 zusammen zählen können. Denn selbst ein Kind kann ausrechnen, dass man drei Systeme braucht, wenn man nach Ausfall von einem noch immer mindestens zwei verfügbar haben muss!!
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