Sturmtief peitscht über die Alpennordseite

Auf der Alpennordseite geht es derzeit stürmisch zu und her. Vor allem am Schweizer Nordrand, aber auch im Flachland und in den Bergen gab es starke Böen. Polizei und Feuerwehren sind im Einsatz.

Video «Föhnsturm am Vierwaldstättersee in Brunnen/SZ» abspielen

Föhnsturm über dem Vierwaldstättersee in Brunnen/SZ (unkomm.)

0:13 min, vom 8.2.2016

Ein Sturmtief sorgt in auf der Alpennordseite für teilweise starke Böen. Im Simmental im Berner Oberland hat der Föhn einen Verletzten gefordert.

Wie die regionale Staatsanwaltschaft und die Berner Kantonspolizei mitteilten, wurde der Mann in seinem Auto von einem umstürzenden Baum getroffen. Der Lenker wurde im Fahrzeug eingeklemmt und musste aus dem Wrack geborgen werden. Er wurde per Helikopter ins Spital geflogen.

Orkanböen (Messungen bis 14.30h, 8. Februar)

Messstation
Windspitze (in km/h)
Chasseral/BE141
Langenbruck/BL126
Thun/BE126
Rünenberg/BL120

Am frühen Nachmittag fegten starke Windböen durch das Simmental. Im nahen Thunerseegebiet wurden laut SRF Meteo Böen von 126 Stundenkilometern gemessen. Auf dem Chasseral im Kanton Jura gab es dabei Böen von bis zu 141 km/h.

Aber auch in den Voralpen und im Flachland blies der Wind zum Teil heftig. So wurde in Thun (BE) eine kurze Böe gemessen, die 126 km/h erreichte und in Egolzwil (LU) eine von 108 km/h.

Ein umgeknickter Baum

Bildlegende: Die Sturmböen im Oberbaselbiet vermochten gar Bäume umzuknicken. SRF Augenzeuge/Franz Schweizer

Auch im Kanton Basel-Landschaft geht es stürmisch zu. In Rünenberg wurden etwa Windgeschwindigkeiten von 120 Stundenkilometern gemessen. Die starken Winde lösten bis zum frühen Abend rund ein Dutzend Einsätze von Polizei und Feuerwehren aus. Aus verschiedenen Orten im Kanton kamen Meldungen über umgestürzte Bäume, abgebrochene Äste, Bauabschrankungen und Wahlplakate sowie herumfliegende Dachziegel. Die Behörden raten von Waldspaziergängen ab.

Es bleibt stürmisch

Auch am Dienstag muss im Westen wieder mit kräftigen Böen in ähnlicher Intensität gerechnet werden, wie SRF Meteo mitteilt. In der Zentral- und Ostschweiz frischt der Wind erst gegen Abend kurz auf. Diese Böen fallen erneut gebietsweise stürmisch auf.

Laub und Holz an der Uferpromenade in Brunnen

Bildlegende: Hohe Wellen, angeschwemmtes Laub und Äste: Die Uferpromenade in Brunnen/SZ gleicht einem Waldboden. Keystone

In den Alpentälern weht heute und morgen Föhn, besonders morgen bläst der Föhn zeitweise stürmisch mit Böen von 70 bis 100 km/h. In der Nacht zum Mittwoch muss dann mit kräftigen Böen aus Norden gerechnet werden.

Zugbahnen der Sturmtiefs

Das Sturmtief «Ruzica» bewegt sich nur langsam, sein Zentrum liegt bei der Nordsee. Am Rand dieses Tiefs zieht das Sturmtief «Susanna» auf morgen nach Europa.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Sturm vermiest Fasnacht

    Aus Tagesschau vom 8.2.2016

    In Deutschland mussten wegen Sturmtief Ruzika viele Fasnachtsumzüge abgesagt werden. Einzig in Köln findet der Umzug statt. Starke Böen wühlten auch an den englischen und französischen Küsten das Meer auf.