Süsse Luftpost für Nordkorea

Mit grossen, heliumgefüllten Ballonen haben Südkoreaner Tausende von Schokoladenkuchen über die Grenze in den verarmten Norden treiben lassen. Im Frühling hatte Nordkorea die Abgabe dieser Kuchen an seine Arbeiter verboten.

Die langgestreckten Ballone vor dem Start sehen aus wie Kondome

Bildlegende: Grosse Ballone befördern die süsse Fracht. Keystone

Rund 200 Personen schickten nach Angaben der Organisatoren von der nordwestlichen Grenzstadt Paju aus 50 Riesenballons auf die Reise nach Nordkorea.

Die Ballone transportierten Säcke mit 350 Kilogramm Süssigkeiten, darunter 10'000 Schokoladenkuchen. Diese seien «eines der beliebtesten Nahrungsmittel vor allem bei hungernden Nordkoreanern», sagte einer der Organisatoren der Ballonaktion.

Schokoladenkuchen waren einst an nordkoreanische Arbeiter ausgegeben worden, die in Kaesong, der gemeinsamen Industriezone beider Länder, für südkoreanische Firmen arbeiteten. Sie wurden zu einem Renner auf Nordkoreas Schwarzmarkt und dienten sogar als Währungsersatz.

Deshalb verbot Nordkoreas Staatsführung laut südkoreanischen Medien im Mai den Firmen in Kaesong, weiterhin Kuchen an die Arbeiter abzugeben. Künftig wollen die Organisatoren der Ballonaktion noch mehr süsse Lebensmittel über die Grenze schicken.