E-Sports «The International»: E-Sport-Event knackt erneut Preisgeld-Rekord

«The International» ist eine Art Weltmeisterschaft für das Game «Dota 2» und das E-Sport-Turnier mit dem höchsten Preisgeld überhaupt. Dieses Jahr werden alleine 10 Millionen Dollar an das Siegerteam ausgezahlt. Auch die Veranstalter profitieren vom Event.

Eine Halle von der Grösse des Hallenstadions in Zürich beheimatet den Event seit Jahren.

Bildlegende: Key Arena in Seattle ist bereits zum sechsten Mal Austragungsort vom «The International» Reuters

  • Aktuell umfasst der Preisgeld-Pool rund 24 Millionen Dollar.
  • Das Preisgeld wird aus 25 Prozent der Verkäufe sogenannter «Battle Passes» finanziert.
  • 16 internationale Teams sind noch im Rennen.
  • Am 12. August findet das Finale in der Key Arena in Seattle statt.
  • Letztes Jahr war das Stadion ausverkauft; mehr als 5 Millionen Zuschauer sahen das Final im Live-Stream.
  • Das Gewinnerteam wird dieses Jahr über 10 Millionen Dollar mit nach Hause nehmen.

Gigantisches Rekord-Preisgeld

Sechs Jahre ist es her, seit «Dota 2» der Gaming-Community an der Gamescom vorgestellt wurde. Mit einem eigenen E-Sport-Event namens «The International» zeigte der Spielehersteller Valve, wie die digitalen Sportevents der Zukunft aussehen werden.

Nie zuvor war es bei einer E-Sport-Veranstaltung um so viel Geld gegangen: 1,6 Millionen Dollar lagen 2011 im Topf.

Heute ist dieser Topf auf 24 Millionen Dollar angewachsen. Diese Summe wird grössten Teil von den über 13 Millionen aktiven «Dota 2» Spielern finanziert. Dabei sind sowohl die Turnier-Live-Übertragung als auch das Spiel selbst für jedermann gratis. Dazu können sich die Fans aber einen «Battle Pass» kaufen, ab rund 10 Franken aufwärts. Dieser Pass schaltet Gegenstände und Verbesserungen im Spiel frei, wird also von Personen gekauft, die nicht nur zuschauen, sondern auch selber «Dota 2» spielen.

Ein Viertel der Einnahmen fliesst direkt in den Preisgeld-Pool. Die restlichen 75 Prozent gehen an den Softwarehersteller Valve, der das Turnier veranstaltet und mit dem Event rund einen Drittel des Jahresumsatzes mit dem Spiel stemmt.

Die inoffizielle «Dota 2» Weltmeisterschaft

6 Mannschaften werden jedes Jahr von den Veranstaltern zum Turnier eingeladen. 12 weitere erspielen sich ihr Teilnahmerecht in einer Qualifikation. Dabei wird ausschliesslich «Dota 2» gespielt: Eine fünfköpfige Mannschaft verteidigt die eigene Basis und greift die gegnerische an.

Die Gruppenphase des Turniers hat bereits stattgefunden; die beiden letztplatzierten Teams (Fnatic und HellRaisers) sind ausgeschieden. Am Montag, 7. August, begann die K.O.-Runde. Die 16 verbleibenden Teams kämpfen um den inoffiziellen Weltmeistertitel und ein horrendes Preisgeld, das bisher noch nie zweimal vom gleichen Team geholt werden konnte. Auch dieses Jahr nicht: Das letztjährige Gewinnerteam Wings hat sich aufgelöst, ihre Spieler konnten sich mit neuen Teams nicht qualifizieren.

Chinesische Fans jubeln für ihr Team.

Bildlegende: China gilt als Favourit Fast immer stand ein chinesisches Team auf dem Podest. Doch internationale Teams sind ihnen auf den Fersen. Reuters

Mit insgesamt fünf Teams schickt China nicht nur die meisten, sondern auch die vielversprechendsten Herausforderer ins Rennen. Denn abgesehen vom «The International 2013» war immer mindestens eines der chinesischen Teams auf dem Podest vertreten.

Dieses Jahr wird das chinesische Team LGD.Forever Young am heissesten gehandelt. Die erfolgreiche Mischung aus jungen Shootingstars und erfahrenen Spielern hat mit insgesamt 14 Siegen und nur 2 Niederlagen gleich mehrere Favoriten der Gruppe B geschlagen. Das chinesische Schwesterteam LGD Gaming belegt aktuell in der Gruppe A den zweiten Platz.

Doch auch internationale Teams mischen zunehmend mit. Allen voran das Team Liquid aus Europa, das die Gruppe A gewonnen hat. Zwei Deutsche, zwei Finnen und ein Bulgare haben ebenfalls realistische Chancen, bald Millionäre zu sein.

Der Superbowl des E-Sports

Das grosse Finale wird am 12. August ─ und genau wie die Vorrunden auch ─ in der Key Arena in Seattle stattfinden. Mit einem Fassungsvermögen von etwas mehr als 17'000 Personen ist die Key Arena vergleichbar mit dem Hallenstadion in Zürich, und auch in diesem Jahr wieder ausverkauft.

Hinzu kommen Public Viewings, die rund um den Globus veranstaltet werden. Und mehrere Millionen Zuschauer, welche die Veranstaltung auf diversen Streaming-Plattformen von zu Hause aus verfolgen.

Zum Vergleich

Zum Vergleich

Reuters

Das 5-köpfige Gewinnerteam vom International wird 10 Millionen Dollar unter sich aufteilen dürfen.

Roger Federer hat mit seinem Wimbledon Sieg rund 2.8 Millionen Dollar für sein Team erspielt. Insgesamt geht es in Wimbledon um einen Preisgeldpool von rund 41 Millionen Dollar. Auch in Wimbledon hat sich das Preisgeld seit 2011 mehr als verdoppelt.