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Tierische Schulung Wenn Feuerwehrleute Schlangen retten müssen

Hunde, Katzen, Vögel oder Schildkröten bereiten kaum Probleme. Aber für die Rettung von Schlangen oder Spinnen brauchen Feuerwehrleute besondere Kenntnisse.

«Wir haben vor allem gelernt, mit einem Schlangenhaken umzugehen und Vogelspinnen zu fangen», erklärt Kommandant David Vocat vom Feuerwehrzentrum der Region Crans-Montana. Rund 40 Leute dieser Einheit wurden geschult.

Von einem Ernstfall kann Marc-André Pillet, Kommandant der Feuerwehr Martigny erzählen: Nachdem ein Brand gelöscht war, entdeckten Pillets Feuerwehrleute eine 40 Zentimeter lange Boa, die sich ziemlich nervös in einem Terrarium wand. Zudem wurden Spinnen, Fische und ein toter Hund gefunden. Die Katze hatte sich retten können.

Schlangen erkennen und unterscheiden

Die Einsatzkräfte können bei solchen Einsätzen Gefahren ausgesetzt sein. «Eine Kobra kann einen Menschen innerhalb von zwei Stunden töten», sagt Vincent Suardet, der verschiedene Walliser Feuerwehren geschult hat.

Der erfahrene Züchter und Schlangenexperte brachte den Einsatzkräften bei, einheimischen Schlangen von importierten Arten unterscheiden können. Ausserdem mussten sie lernen, Schlangen mit Haken zu fangen.

Bei den Spinnen dagegen sind eher langsame Bewegungen mit Handschuhen angebracht und bei Skorpionen kommt eine Schachtel zum Einsatz. Während des Einsatzes könnten die Feuerwehrleute ihm auch ein Foto schicken. «Im Notfall begebe ich mich auch selber vor Ort», sagt Suardet.

Ein Aufkleber informiert über Tiere im Haus

Kurse zum Thema gibt es nicht nur im Wallis. «Wir bieten seit Jahren Kurse an, bei denen der Umgang mit Schlangen, Spinnen, Skorpionen und anderen gefährlichen Tieren geschult wird», sagte Walter Pfammatter vom Schweizerischen Feuerwehrverband (SFV). Diese Kurse auf nationaler Ebene seien immer ausgebucht.

Aber auch die Tierbesitzer können etwas tun: Der SFV bietet Aufkleber an, um die Präsenz von Haustieren an Eingangstüren von Häusern oder Wohnungen zu markieren. Damit sehen Feuerwehrleute sofort, dass es nicht nur Menschen zu retten gilt. Der Erfolg hält sich jedoch in Grenzen: die Aufkleber gehen nicht so gut weg, wie der SFV sich das erhofft hat, räumt Pfammatter ein.

Und einen Aufkleber, der explizit auf gefährliche Tiere im Haus oder der Wohnung hinweist, gibt es – noch - nicht. Der SFV überlegt sich allerdings, auch eine solche Version noch zu schaffen. Damit die Feuerwehrleute den Schlangenhaken parat halten.

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