Zum Inhalt springen

Panorama Tiger gerettet – Menschen gefährdet!

In den grössten Mangrovenwäldern der Welt, zwischen Indien und Bangladesch, lebt ein Drittel mehr Tiger als noch vor drei Jahren. Sehr zum Missfallen der Bevölkerung: Honigsammler, Fischer und Krabbenfänger wurden schon Opfer der Raubkatzen.

Legende: Audio «Tiger-Reportage im Rendez-vous» abspielen. Laufzeit 4:14 Minuten.
4:14 min, aus Rendez-vous vom 06.03.2015.

Höchst erfreut verkündete der indische Umweltminister erst kürzlich die Erfolgsmeldung: Indien beheimatet heute dank Schutzmassnahmen einen Drittel mehr Tiger als noch vor drei Jahren.

2226 Tiger leben in Indien, der grösste Teil von ihnen in den Sunderbans. Das sind die weltweit grössten Mangrovenwälder im Delta des Ganges im Grenzgebiet von Indien und Bangladesch. Dort sind die Tiger geschützt. Die lokale Bevölkerung ist aber alles andere als begeistert über ihre wilden Mitbewohner.

Angst vor dem Tiger im Wald

Im Dorf Satyadaspur leben 3500 Ureinwohner: Fischer, Krabbenfänger und Honigsammler. Tagelang sind die Männer jeweils in den Wäldern unterwegs - doch alleine seien sie nie, sagt der Honigsammler Rakal Bogta.

Wie Katzen Mäuse beobachten, beobachten uns die Tiger. Wir sehen sie nur alle zwei, drei Tage, aber auf ihre Spuren stossen wir ständig. Wir wissen, dass sie immer um uns sind.
Autor: Rakal BogtaHonigsammler und Ureinwohner

Die Tiger sind nicht blosse Beobachter. Der 33-jährige Robin Malik wurde beim Krabben Sammeln von einem Tiger angegriffen. Ihm fehlt jetzt ein halbes Ohr. Sprechen kann er bis heute nur schleppend.

Er sprang mich von hinten an und biss mir in den Kopf. Ich versuchte sein Maul aufzureissen. Meine Kollegen rannten mit Stöcken und Schreien herbei. So liess der Tiger von mir ab.
Autor: Robin MalikKrabbensammler und Ureinwohner

16 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Christian Schulthess, 8824 Schulthess
    Hammer! Ich werde da wohl ein paar Tigerli importieren. EcoPop pur, da können wir auf natürliche weise unseren Bestand ein wenig regulieren und die Bussi verlieren Ihren Jagdinstinkt nicht. So können wir sie Artgerecht halten. Ich bin ein Tierfreund und Misanthrop.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Bernhard Lüthi, Affeltrangen
    Warum wird hier so viel gegeneinander geschrieben und nicht sachbezogen? Ich verstehe das nicht.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Hans-Georg Kessler, Langenthal
    Da messen gewisse Schreibende nicht mit den gleichen Ellen. Das erwähnte Gebiet der Sunderbans ist vielleicht etwa so gross wie der Kanton Bern. Und darauf lebt also die grosse Mehrheit der 2'226 Tiger Indiens... Entweder wir machen ein Riesengeschrei wegen der paar Luchse, Wölfe und Bären oder die eine Million BernerInnen wäre doch plötzlich bereit, den Grossraubtieren Platz zu machen und in andere Kantone zu zügeln. Verständnis für Schweizer Schafhalter ja, aber dann auch für indische Imker!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Peter Meier, Zürich
      Dazu müssten sie zuerst wissen was die Schreibenden von Bären in der Schweiz halten... Die Sundarbans sind übrigens tatsächlich knapp doppelt so gross wie der Kanton Bern mit anscheinend etwas über 500 Tigern, also gut 1 Tiger pro 20 Quadratkilometer. Wikipedia zufolge verkehren gute 5000 Leute in den Sümpfen. - In Bern hat es über eine Million...
      Ablehnen den Kommentar ablehnen