Tiger gerettet – Menschen gefährdet!

In den grössten Mangrovenwäldern der Welt, zwischen Indien und Bangladesch, lebt ein Drittel mehr Tiger als noch vor drei Jahren. Sehr zum Missfallen der Bevölkerung: Honigsammler, Fischer und Krabbenfänger wurden schon Opfer der Raubkatzen.

Höchst erfreut verkündete der indische Umweltminister erst kürzlich die Erfolgsmeldung: Indien beheimatet heute dank Schutzmassnahmen einen Drittel mehr Tiger als noch vor drei Jahren.

2226 Tiger leben in Indien, der grösste Teil von ihnen in den Sunderbans. Das sind die weltweit grössten Mangrovenwälder im Delta des Ganges im Grenzgebiet von Indien und Bangladesch. Dort sind die Tiger geschützt. Die lokale Bevölkerung ist aber alles andere als begeistert über ihre wilden Mitbewohner.

Angst vor dem Tiger im Wald

Im Dorf Satyadaspur leben 3500 Ureinwohner: Fischer, Krabbenfänger und Honigsammler. Tagelang sind die Männer jeweils in den Wäldern unterwegs - doch alleine seien sie nie, sagt der Honigsammler Rakal Bogta.

«  Wie Katzen Mäuse beobachten, beobachten uns die Tiger. Wir sehen sie nur alle zwei, drei Tage, aber auf ihre Spuren stossen wir ständig. Wir wissen, dass sie immer um uns sind. »

Rakal Bogta
Honigsammler und Ureinwohner

Die Tiger sind nicht blosse Beobachter. Der 33-jährige Robin Malik wurde beim Krabben Sammeln von einem Tiger angegriffen. Ihm fehlt jetzt ein halbes Ohr. Sprechen kann er bis heute nur schleppend.

«  Er sprang mich von hinten an und biss mir in den Kopf. Ich versuchte sein Maul aufzureissen. Meine Kollegen rannten mit Stöcken und Schreien herbei. So liess der Tiger von mir ab. »

Robin Malik
Krabbensammler und Ureinwohner