Undank ist der Welten Lohn Tollwütige Fledermaus beisst Helfer

Einem Passanten in Neuenburg wurde seine Tierliebe zum Verhängnis: Er wollte helfen – und wurde gebissen.

Eigentlich ist die Tollwut in der Schweiz ausgerottet. Eigentlich. Denn eine Neuenburger Fledermaus trat letzte Woche den Gegenbeweis an. Ein Passant hatte das verwirrte Tier auf dem Trottoir gefunden. Bei Einbruch der Dunkelheit wollte er die Fledermaus wieder freilassen – statt loszufliegen, bis sie den Mann in den Finger.

Die geschwächte Tier starb kurz darauf. Weil der Biss ziemlich tief war, suchte der Mann das Spital in Neuenburg auf. Dort wurde er präventiv gegen Tollwut behandelt. Die Analysen der Schweizerischen Tollwutzentrale in Bern ergaben im Nachhinein, dass die Fledermaus in der Tat das Virus in sich trug.

Berühren verboten

Nach dem Vorfall rufen die Neuenburger Behörden allen allzu hilfsbereiten Passanten in Erinnerung: Kranke oder verletzte Tiere zu berühren, kann böse Folgen haben. Stattdessen sollten jeweils die Behörden kontaktiert werden.

Roberto Zanoni, Leiter der Schweizerischen Tollwutzentrale, bestätigt gegenüber SRF News: «Egal um welches Tier es sich handelt: Berühren Sie es nicht mit blossen Händen.»

Doch Zanoni relativiert den Vorfall in Neuenburg: «So etwas passiert sehr selten.» In der Schweizerischen Tollwutzentrale habe man in den letzten fast 40 Jahren 1000 Fledermäuse untersucht. Davon hatten nur gerade vier die Tollwut.

Glück im Unglück

In den 1970er-Jahren hatte man in der Schweiz Probleme mit tollwütigen Füchsen. Dreimal steckte sich auch ein Mensch an. Nachdem man Füchse mit Ködern impfte, konnte man die tödliche Krankheit ausrotten. Allerdings: Die Tollwut-Form der Fledermäuse ist nicht die gleiche wie die der Füchse und Hunde. Sie unterscheidet sich virologisch davon. Für den Menschen würde aber auch diese Form tödlich enden.

Nach einem Biss ist es noch einige Zeit möglich zu handeln. Kann sich das Virus dann aber im Körper verbreiten, gibt es keine Gegenmassnahmen mehr. Für den «Retter» der Fledermaus hatte der Vorfall keine Konsequenzen: Da er sich sofort in ärztliche Behandlung begeben hat, blieb er von der Tollwut verschont.

Kanton Neuenburg gibt Entwarnung

Trotz diesem Vorfall versichert der Kanton Neuenburg in einer Mitteilung, die Schweiz bleibe ein sehr sicheres Land, was das Tollwutrisiko betreffe, und die Bevölkerung sei nicht betroffen. Tollwut-Fälle von Fledermäusen treten in Europa in den letzten Jahrzehnten höchstens sporadisch auf.